Zeitschrift

für Transformation

Nummer 1 Herbst 2006

 

Über Steinverreibungen

von Regina Ringel

Eine Verreibung von mineralischer, pflanzlicher oder tierischer Substanz in Milchzucker dient in der Homöopathie zur Erkenntnis des jeweiligen Heilbildes. Gleichzeitig ist das Endprodukt die Grundlage zur weiteren Potenzierung in wässriger Lösung.
Bei der Verreibung selbst wird die pulverisierte Substanz, z.B. eines Edelsteins, zu einem Teil in 99 Teilen Milchzucker in rhythmischen Stufen verrieben. Nach jeder dieser Stufen wird das Pulver zusammengeschabt und alle wahrgenommenen Eindrücke, seien es Sinneseindrücke, Gefühle, Gedanken, Impulse,... aufgeschrieben und nachher unter den Teilnehmenden ausgetauscht. Da jede(r) auf eigene Art und Weise mit der Substanz in Resonanz tritt, ergibt sich durch diese Arbeit in der Eine rohe Sapphir
Gruppe ein facettenreiches Bild.
Diese Prozedur dauert ca. zwei Stunden und wird insgesamt viermal durchgeführt, so daß die inneren Qualitäten der Substanz auf den vier Ebenen – physisch, ätherisch, astral, geistig – wahrgenommen werden können. Durch diese konzentrierte Gruppenarbeit in Stille kann man zu tiefen Erkenntnissen seiner selbst und überpersönlicher Lebenszusammenhänge kommen, die mit dem Alltagsbewußtsein in dieser Intensität normalerweise nicht erreichbar sind.
Indem die irdische Substanz auf diese Weise einmal durch die menschlichen Wesensglieder geführt und so ihre spezifische Bedeutung für Mensch und Erde bewußt gemacht wird, können auch die damit verbundenen Elementarwesen erlöst und wieder mit den kosmischen Kräften der Sternenwelt verbun-den werden. So hat dieser Prozess eine umwandelnde, heilsame Wirkung nicht nur auf die teilnehmenden Menschen, sondern auch auf die Naturwesen der Umgebung. Meistens entsteht an dem Ort, wo die Verreibung stattgefunden hat, eine spontane, spürbare Belebung und ätherisch-astrale Öffnung. Eine Steigerung erfährt dies noch, wenn die Substanz von den Teilnehmern in Tonerde einplastiziert wird und diese Skulpturen an Orten, die sich vorher in das Bewusstsein gebracht haben, den Naturwesen geschenkt werden. Andere künstlerische Verarbeitungsarten sind natürlich auch möglich.
Die Wahl des Steins oder anderer Substanz entsteht aus Gesprächen, Begegnungen, Aufforderung aus dem Inneren (persönlicher Zeitpunkt) oder auch aus den Zeitqualitäten der Jahreszeit, da die kosmischen Kräfte ihre Entsprechungen im Irdischen haben.


Saphir-Verreibung in Berlin von 27. - 30. Januar 2006
- eine Zusammenfassung

Das Thema und unsere Erlebnisse der homöopathischen Verreibung des Saphirs seien hier in einigen Grundzügen skizziert.
Wir verrieben zu dritt und stellten bald fest, dass die Dreiheit sich noch des öfteren in das Bewusstsein brachte, sei es durch das Thema der Dreigliederung, die Arbeit in der Landschaft mit den drei Aspekten der Devas oder das dreifache Dreieck im Zeichen für Radioaktivität, um nur einige zu nennen. Ebenso oft kam die Zahl 8 vor, die auf die achte Sphäre verwies, aber auch mit „Achtung“ in mehrfacher Bedeutung zu tun hat. An dem zerriebenen Rohstein konnte man vier von normalerweise acht Ecken erkennen.
Das Saphirwesen brachte uns in eine durchgehene leichte, humorvolle und freudige Stimmung mit viel Liebe und Wärme zwischen uns, die auch die Menschen in der Wohngemeinschaft, in der wir übernachten durften, mit einschloss. Dort war einige Tage vorher ein Mädchen geboren worden, so dass sich das Mutter-Kind-Thema in die Verreibung mit einflocht.
Die Mutter bildet einen geschützten Raum, in dem sich das keimhafte Leben langsam entwickeln kann. Ist es reif, wird es zum richtigen Zeitpunkt nach aussen gebracht, um im neuen, irdischen Umfeld weiter zu wachsen. Die Mutter ist in diesem Sinne ein für eine bestimmte Zeit ein Entwicklungsraum, der auf selbstlose Weise eine nährende Grundlage bietet. Die Frage: „Wo ist der Mutterkuchen im Kosmos?“ wurde mir so beantwortet: „Das ist der ganze Sternenhimmel, der Urgrund, aus dem die Menschenkeime geboren wurden und in dem wir uns in Zeit und Raum entwickeln können.“ Es ist auch die Sphäre der Urbilder, die in Goethe´s Faust als das `Reich der Mütter´ bezeichnet wird. Dorthin hat Mephisto selbst keinen Zugang, doch er gibt dem Faust die Schlüssel zu diesem Reich, in dem dieser dann den Dreifuß findet.
In diesen Tagen war das Musikalische und das Thema der Astrosophie sehr präsent; hinzu kamen innere Bilder von Sterngewölben, architektonischen Knochenstrukturen und kristallinen, gläsernen Gebilden durch die sich der klare, strukturierende und sternverwandte Aspekt des Saphirs zeigte. Fehlt dabei jedoch im Menschen die Herzenswärme werden diese Kräfte zu Seelenkälte und Härte, auch gegen sich selbst.
Der Saphir brachte in dem Prozess eine große Klarheit der Gedanken, Gefühle und auch der Willensimpulse wie ein Erinnern an das Eigentliche. Besonders viel Klarheit trat in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen auf, so dass die Seelen in Bezug auf unglückliche Verstrickungen und angenommene Negativität einen heilsamen Impuls erfahren durfte. In diesem Zusammenhang konnte die innere Arbeit der Frauen für Beziehungen und somit für die menschlichen Verbindungen überhaupt in ihrer Bedeutung erkannt werden. Folglich sollte diese Wertschätzung auch durch Geld ausgedrückt werden. Es gab auch eine bewusstere Beziehung zum eigenen Engel und das Beziehungsnetz zwischen den Menschen wurde wie durch-sichtig und durchschaubarer. So ging es in Gesprächen viel um Inkarnationslinien und Menschheitsströmungen, die ja durch den Ewigkeitsaspekt des Menschenichs erlebbar werden. Auch Beziehungen zu Toten und sich als Menschen inkarnierende Baumwesen, die dadurch sterblich werden, kamen zur Sprache. In dem Zusammenhang scheint es durch den Saphir hindurch sehr leicht zu sein sich selbst aus dieser übergeordneten Perspektive des Höheren Ichs zu erkennen und sein persönliches Leben wie ein Bild bzw. das Urbildhafte darin wahrzunehmen. Aus dieser Perspektive ergab sich in der Verreibung auch die Notwendigkeit innere Grenzen, einengende Ängste und alte moralistische Vorstellungen zu überwinden, um zu einer inneren Freiheit, Lebensfreude und Beziehungsfähigkeit zu kommen. So kann ein innerer Wärme-Freiheits-Raum entstehen, von dessen Grund aus Handlungen aus Souveränität und Liebe möglich sind, einfach weil sie als gut empfunden werden. In diesem Urgrund lebt die eigene Wahrheit wie eine Wesenheit, das individuelle Ideal in der Wärme und der stille Kontakt zu dem Engel. Aus dieser Seelenruhe und Sicherheit ist es auch möglich die individuelle Wahrheit des Augenblicks frei und offen zu leben, ganz aus dem Ich zu sprechen und auch anderen diese Freiheit in Toleranz zuzugestehen. Ist der innere Saphir in diesem Aspekt noch unerlöst, wird die eigene Wahrheit leicht anderen aufgedrängt, verabsolutiert, dogmatisiert oder nur aus dem Allgemeinen bzw. einem angelesenen Wissen gesprochen.
Der Saphir hinterfragte auch die Methoden des Lehrens. Eine gemein-schaftliche Arbeit wie die Verreibung braucht zwar einen Fokus, doch sollte die Mitte dabei frei bleiben. Die alte hierarchische Form wie die Dozenten-Teilnehmer-Rollenverteilung ist dafür nicht mehr angemessen. Gibt es einen Dozenten oder eine Leiterin, so ist auch gleichzeitig eine Erwartungshaltung der Teilnehmenden da, die sie wiederum von der Fähigkeit aus der eigenen Quelle zu schöpfen und innen zu suchen und zu finden, entfernt. Vor diesem Hintergrund erschien das Lehren als am reinsten, wenn jemand einfach freilassend zeigt, was er selbst gefunden hat und vor allem wie man etwas finden kann. Wenn ein Mensch diese Erkenntnisse auch noch lebt und in der Selbstgestaltung umsetzt, wird er zum Wahrbild und Vorbild für andere: Wahrbild sein, die innere Weisheit organisch anwenden, Zeit und Raum lassen für Entwicklung.
Das eigene Authentisch- und Wahrsein hat oft tiefe Wirkung auf andere, insbesonder junge, Menschen. Es ist, als ob sich dadurch ein Raum für Wahrheit und Freiheit inmitten der alltäglichen Unwahrhaftigkeit, Lügen und Anpassungen an Normen bildet. In diesem Sinn forderte der Saphir auch dazu auf ein Wahrheitsorgan zu entwickeln für das, was einem schaden und den eigenen kindlich-vertrauensvollen, unschuldigen Anteil ausnutzen kann. Dieses Organ bildet sich meistens erst durch schmerzhafte Lebenserfahrun-gen, in denen zunächst eine Abgrenzung noch nicht möglich ist, da man ja an da `Gute´glaubt und das `Böse´als solches noch gar nicht wahrnehmen kann. Schlimmstenfalls nimmt man dann das Schädigende, Negative auf und identifiziert sich damit in Gefühlen von Schuld, Minderwertigkeit, Abhängigkeit usw. . Derartige Verstrickungen im Irdischen, die die individuellen Urvertrau-enskräfte lähmen und verletzen, konnten durch den Saphir wie in einer Erinnerung an den eigentlichen Auftrag und die Zugehörigkeit geklärt werden. Es scheint eine Auseinandersetzung mit dem inneren Ahriman zu sein, der erfahrungsgemäß die Dunkelstellen der Seele benutzt, um die Menschen gefangen zu halten. Als eine Gegenkraft auch gegen die Seelenkälte, Härte und Vereinzelung zeigte sich Sanftmut, Hingabe, Wärme und Lauschen auf die feinen, leisen Stimmen und Seelenklänge.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Saphir mit sanfter, weicher, aber bestimmter Kraft alles Verhärtende, Verwirrende und Kalte zwischen Menschen und im Seeleninneren in Wärme und Klarheit auflösen kann und einen lebendigen Raum inmitten von Negativität und Bedrückung schafft, in dem sich Liebe und Freiheit realisieren lassen und Menschen sich miteinander und in ihren eigenen Tiefen finden können.

Regina Ringel begleitet auf unterschiedene Orte wann notwendig, Projekte in Verreibung von Steine und Metalle. Sehe auch die Agenda.

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