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Landschaftsarbeit auf
dem Jupiter-Einströmungspunkt von Europa
Die Externsteine: Das
zentrale germanische Heiligtum
von Elbert Slikkerveer
Mitten in Deutschland zwischen
Detmold und Paderborn, nahe dem Fluss Lippe und an den Ausläufern
des Teutoburger Waldes, gibt es einen kleinen abschließenden Bergrücken
mit felsigem Grund und einer Erdschicht und Steinen darüber. Am Ende
dieses Bergrückens sind Erde und Gestein verschwunden und ragen vier
einzelne, aufrecht stehende Felsen wie Riesenfinger empor (der größte
von ihnen ist 38 m hoch). Sie werden die Externsteine genannt. Es ist
das alte, zentrale Heiligtum der Germanen.
Eine kurze Einführung
Bereits beim ersten Anblick
fällt auf, dass die ganze Form und die Erde des Ortes sich nicht
vergleichen lässt mit der strengen Geometrie, die viele alten Myterienstätten
anderswo in Europa kennzeichnet. Noch immer macht der Ort einen launenhaften,
wüsten Eindruck.
Dazu eine kurze Beschreibung der vier Felsblöcke: Am Fuß des
ersten Fels-blocks liegt ein großer Stein. Darin ist ein Raum eingemeißelt,
in dem Weihe-handlungen durchgeführt wurden (z.B. gibt es ein Wasserbecken
und Darstel-lungen sowie Bilder an den Wänden). Hier wurde eine Art
Nahtodeserfahrung durch Ertrinken bewusst erlebt und durch singende Priester
begleitet.1 Der zweite Felsen hat an der Spitze einen eingemeißelten
Raum mit Öffnungen und Nischen, die bei Sonnenaufgang an den Sonnenwendtagen
exakt beschienen werden (ein Teil der Wände und das Dach sind eingestürzt,
so dass der Raum nun offen ist). Der zweite Felsblock ist heute in ungefähr
20 m Höhe über eine Brücke erreichbar, die aus dem dritten
Felsen kommt. Früher bestand diese Verbindung aus einem lose hängenden
Tau. Der dritte Felsblock hat eine ausgehauene Treppe nach oben, (die
früher geschlossen war, so dass man im Dunkeln ging), wo eine Einweihung
auf dem verbindenden Tau über dem Abgrund zwischen dem zweiten und
dritten Felsen als sogenannte Luftprobe zu bestehen war; man kam aus der
abgeschlossenen Finsternis der Treppe plötzlich in die Weite des
Abgrunds zwischen dem zweiten und dem dritten Felsen, wo das Tau hing
und musste auf Gott vertrauen und darüber gehen, um in den Raum des
zweiten Felsens zu kommen, wo der leitende Priesterhierophant einen empfing.
Zwischen dem zweiten und dritten Felsen ist unten eine Art Beichtstuhl
eingehauen, wo früher das wichtigste Bildnis der Germanen gestanden
hat, nämlich der Irminzul oder Yggdrasil (Ich-Träger) in Form
eines großen Lebensbaums. Der vierte Felsen, getrennt von den drei
anderen durch einen Weg, der in die Berge dahinter führt, hat einen
sogenannten Wackelstein obenauf liegen, (der heute befestigt ist), wodurch
Odin, der zentrale germanische Gott, sprechen konnte, indem er ihn in
codierter Sprache sich bewegen ließ. Eine charakteristische Gestaltung
in diesem Felsen ist ein Relief, das den gekreuzigten Odin an einem Baum
hängend zeigt.

Urgeschichte
Rudolf Steiner gibt an, dass
ungefähr 700 v.Chr. diejenige Individualität, die in einem darauffolgenden
Leben Gauthama Buddha werden sollte, auf der Krim in Südruss-land
eine Mysterienstätte hatte. Diese Individualität wurde durch
die Germanen als Odin oder Wotan als die sie inspirie-rende Hauptgottheit
verehrt. Die Externsteine, Vorderansicht.
Auf der Krim waren u.a.
der spätere Mani, der spätere Franziskus von Assisi und Skythianos,
für die Germanen Eingeweihte, seine Schüler. In der germani-schen
Mythologie wird erzählt wie Odin, nachdem er neun Tage an dem Baum
hängend, ‚von dem niemand weiß, aus welchen Wurzeln er
wächst’, die Runen hervorbrachte. Skythianos hat diese Runenschrift
von der Krim aus mit nach Mitteleuropa gebracht. Er wurde durch die Skythen
begleitet, ein streitbares Volk, das auf dem Balkan lebte, und eroberte
mit ihnen die Externsteine, wo hauptsächlich keltische Druidenpriester
dieses Heiligtum betreuten und die darum herum lebenden Germanen lehrten.
Mit dieser Eroberung und der Runenschrift bekam das germanische Volk einen
intellektuellen Einschlag, das sich bis dahin stark als Teil des Kosmos’
fühlte und worin der Einzelne sich noch nicht als solcher erlebte,
sondern sich buchstäblich als Teil seines Stammes fühlte. Durch
Kampf und geistige Verzückung im rhythmischen Vortragen von Helden-
und Göttergedichten in Bildform und Stabreim, erlebten sie eine Art
von Extase, wurden über ihren Stammesverband hinausgehoben und erlebten
sich als ein Individuum. Anfänglich hatten sie dann auch eine starke
Hellsicht-igkeit und behielten diese im Vergleich zu Völkern Südeuropas
viel länger.
Der Verlust dieser Fähigkeiten drückt sich im Tod Baldurs aus.
Baldur, der Sohn Wotans, von jedem gepriesen, blendend schön und
strahlend anzuschauen, der weiseste aller Asen, wird durch einen Mistelspeer,
von Loki hergestellt, ermordet. Loki tat dies als Reaktion auf einen Versuch
Wotans den bereits prophezeiten Tod Baldurs zu verhindern. Baldur wird
unverwundbar gemacht, indem man alle Naturwesen schwören lässt
Baldur nicht zu töten, aber man vergaß gerade die Mistel. Als
alle Götter sich damit vergnügen alles mögliche auf Baldur
zu werfen, da er doch unverwundbar ist, gibt Loki diesen Speer dem blinden
Hönir, der darauf unbeabsichtigt Baldur tötet. Die Götter
sind rasend; Hönir wird auf den Scheiterhaufen geworfen und Loki
muss aus Asgaard flüchten. Mit Baldurs Tod beginnt der Untergang
Asgaards, kulminierend in der großen Schlacht, in der Wotan vom
Fenriswolf verschlungen wird, der widerum anschließend von Widar
getötet wird. Thor schlägt die Weltenschlange, stirbt aber an
ihrem Gift. Freyr fällt durch den finsteren Surd, Heimdal und Loki
töten sich gegenseitig. Tyr und Garmt, der Höllenhund, hacken
aufeinander ein. Es ist die Zeit des Ragnarrök, der Götterdämmerung.
Für die Menschen verschwinden die Götter aus ihrer Erlebniswelt
und die Natur beginnt zu schweigen. Die Edda erzählt, dass eine neue
Welt entstehen sollte, mit einem neuen Menschen- und Götter-geschlecht.
Baldur und Hönir kommen als Brüder aus der Unterwelt hervor.
Die germanische Mythologie hat deutlich einen grimmigeren Charakter als
z.B. die griechische. Die Germanen erlebten die Ragnarrök als etwas
sichtbar Werdendes in der schnell abnehmenden Hellsichtigkeit und zur-gleicherzeit
als etwas, worauf man sich vorbereiten müsste. Nur die Mutigen gingen
nach dem Tod nach Walhalla, wo sie dann an dem einen Tag mit den Göttern
in der großen Schlacht antreten würden. Darin ist der Grund
für die charakteristischen Eigenschaften der germanischen Einweihung
zu finden: die Mutmysterien. Wenn z.B. ein Einzu-weihender aus dem Dunklen
des zweitens Felsens geklettert war und plötzlich außen im
Tageslicht den Abgrund unter sich wahrnahm, wirkte dies so stark, dass
er all seine Kräfte zu-
zusammenraffen musste, um über das Tau gehen zu können. Das
war für ihn unvorstellbar schwerer als es nun für uns der Fall
sein würde. Er lernte durch Geistesgegenwart zu entwickeln, womit
sein Ich die anderen Wesensglieder in den Griff bekam.

Tot und Auferstehung oberhalb
der geknickten Lebensbaum.
Seit unserer Zeitrechnung
Die Externsteine bleiben bis
weit in unsere Zeitrechnung hinein das zentrale Heiligtum der Germanen,
von wo aus sie ihre Stammes- und Volksaufgaben entgegennahmen. In alten
Schriften wird dieses Gebiet auch das Idafeld genannt; das ist mehr als
vielsagend. In der Edda ist dies der Ort, wo früher Asgaard gewesen
war. Steiner gibt an, dass Asgaard während einer bestimmten Zeit
buchstäblich über einem bestimmten Gebiet in Deutschland lag.
Der anthroposophische Forscher Hans Gsänger ist zu der Schlussfolgerung
gekommen, das dies oberhalb der Externsteine gewesen sein muss.2
Um 100 n.Chr. beschrieb Tacitus wie die Germanen von der Seherin Weleda
(„viel Wissende“), geleitet wurden, die in einem Turm an der
Lippe lebte, eben genau in den Externsteinen. 9. n.Chr. hat der germanische
Cherusker Arminius (Hermann/Irmin) nahe den Externsteinen heranziehende,
römische Legionen mit nur einzelnen Nachbarstämmen vernichtend
geschlagen, was zur Folge hatte, dass die Römer schließlich
aufgaben ihr Reich über den Rhein hinweg auszubreiten.3
Im 5. Jahrhundert spielt sich bei Worms am Rhein das Nibelungen-drama
ab. Ein wichtiger Teil davon ist, dass Siegfried Brunhilde weckt und damit
das höhere Ich für jeder individueller Germane, womit dieser
sich aus dem Volks- und Stammesverband lösen konnte. Er verheiratet
sich jedoch nicht mit ihr, da er sich in Kriemhilde verliebte. In dem
Drama, das sich anschließend entfaltet, ist es Hagen, der, angestachelt
durch eine eifer-süchtige Brunhilde, Siegfried mit einem Speer in
den Rücken ermordet. Nach Steiner vollzieht sich hier das Drama von
Baldur und Hönir, diesmal auf physischer Ebene in der Men-schenwelt.4
Kriemhilde sinnt anschließend auf Rache und geht darum zum Hunnen-könig
Attila. In der sogenannten Nibelungenschlacht geht dann das ganze Königshaus
von Worms zugrunde. Durch die daraufhin weitergehenden Einfälle der
Hunnen werden die Völkerwanderungen in Gang gesetzt und damit auch
indirekt der endliche Untergang des weströmischen Reiches.
Die germanischen Stämme verbreiten sich über Europa und der
sie leitende Erzengel der Stämme wird die leitende Volksseele für
die verschiedenen Völker, die in West- und Mitteleuropa entstanden
als Folge der Wanderungen und daraus entstehenden Ver-mischung der Germanen
mit der lokalen Bevölkerung. Die karmische Forschung von N.de Jong
hat ergeben, dass die Hauptakteure in diesem menschlichen und kulturellen
Drama jeweils eine wichtige Rolle in der Entwicklung rund um das Mysterium
von Golgatha gespielt haben. So ist Skythianos bei einer wichtigen Zusammenkunft
im 4. Jh. n.Chr. anwesend, wo mit Mani, Zarathustra und Christian Rosenkreuz
beschlossen wurde den Gral in den Westen zu bringen. Siegfried ist eine
Inkarnation von Skythianos; um das höhere Ich der Germanen zu wecken,
bereitete er sie auf die späteren Parzifal-geschehnisse vor, indem
sie das Schwert des Verstande schärften und ausrichteten. So konnte
später jeder Germane als eine Art Widar die Lügenhaftigkeit
des Fenriswolfes töten, in sich selbst wie auch in der Kultur.
Im 8. Jahrhundert, als die Sachsen um die Externsteine herum das Heiligtum
noch immer in Ehren hielten, unterwarf sie Karl der Große und ver-wüstete
die Kultstätte großenteils, um sie so zum Christentum zu bekehren.
Auf dem ersten Felsen ist (wahrscheinlich) nach dieser Zeit ein Relief
einge-meißelt worden, worin Christus abgebildet wird wie er vom
Kreuz genommen wird, u.a. von Josef v. Arimathäa, der auf einem Stuhl
in Form einen geknick-ten Lebensbaums steht, während oben der auferstandene
Christus diese Szene leitet. Er wird hier als Kind von Sonne und Mond
abgebil-det, bezüglich des, auf den Kosmos bezogenen Weltbilds der
Germanen. Den besiegten Germanen wurde so ein trostreiches Bild vorgehalten,
wodurch die Legende der Rückkehr Baldurs Anschluss an die Auferstehung
des Christus findet. Die germanischen Mysterien in ihrer alten Form zogen
sich Stück für Stück nach Skandinavien zurück, wo
sie noch lange Zeit erhalten blieben. Sie kamen durch die Wikinger erneut
nach Europa zurück, verfielen dann aber schnell.
In den darauf folgenden Jahrhunderten sind einige Male Klöster um
die Externssteine herum gebaut worden. Diese wurden wieder verwüstet
und es blieben davon noch einige Fundamente. Nun ist es ein Landschaftspark.
Zur Zeit des romantischen 19. Jahrhunderts ist der in Vergessenheit geratene
Ort zu einem national-germanischen Symbol geworden.
Landschaftsarbeit
Dazu ein Eindruck von unserer
Landschaftsarbeit bei den Externstei-nen: Wir haben hier gearbeitet, weil
innere Forschung darauf verwies, dass der Platz immer noch der zentrale
Einströmungspunkt der Jupiterkräfte ist, die die heutige europäische
Kultur als Zentrum West- und Mitteleuropas impulsieren.5 Wir haben versucht
die Wirkungen der Sterne, die für unsere Kultur wichtig sind, erneut
mit diesem zentralen Ort zu verbinden und so, mit Zufügung unserer
eigenen Absichten, die schlummernden und irgendwie verzerrten Kräfte
und Wesen wieder zu mobilisieren. Weil die Sternenkräfte durch den
Frühlingspunkt in die Erde und Kultur eingewirkt werden und jede
Kultur ihre eigenen Sternbildwirkungen mit sich bringt, haben wir die
relevanten Sternbilder eingearbeitet, übereinstimmend mit den astroso-phischen
und astrognomischen Arbeitsmethoden. Am Wochenende 25./26. Mai 2002, zur
Zeit als der amerikanische Präsident Bush versuchte die Regierungschefs
in Europa für seine Anti-Terror-Aktionen in der arabischen Welt zu
gewinnen, gingen wir mit einer Gruppe von 13 erfahrenen Landschaftsarbeitern
ans Werk . . .
Die berüchtigte Opposition von Saturn und Pluto, die im vergangenen
Jahr viel Unheil gebracht hatte, war zuletzt wieder voll: ein besonders
guter Grund, um unsere Sternkraft verdichtende Arbeit nun einer für
uns bekannten Landschaftsarbeit hinzuzufügen. Das hatten wir zuvor
nicht getan.
Am Samstag, gegen 10 Uhr, nahmen wir wahr, was an dem Platz lebte und
notwendig war. Das war nicht eindeutig, denn der Ort machte immer noch
einen geheimnisvollen Eindruck. Es gab eine gewisse Festigkeit und Vitalität,
fast Zähigkeit und Zwanghaftigkeit. Ich selbst legte mich am Fuß
des ersten Steins in die ausgehauene Form und fühlte wie ich nach
innen gezogen wurde mit einem „Komm nur, ich begleite dich gut“.
Danach sangen wir nach dem Einleben die Tagesstimmung, um eine Verbindung
zu den Landschaftswesen (Natur) und dem Kosmos (Geist) aus unserer Seele
heraus zu schaffen. Gesang ist der Eingang, um sich Gefühls-wahrnehmungen
zu öffnen und so wird aus der Seele heraus das Landschafts-wesen
in unserem Bewusstsein geweckt. Anschließend haben wir die Aufga-ben
verteilt, sind jeder unseres Weges gegangen und kamen wieder an einem
anderen Punkt zusammen. Unsere Absicht war es, die vier Himmelsrich-tungen,
die sich an diesem Punkt treffen, phänomenologisch zu beschreiben
und auszumodellieren, um infolgedessen Worte zu finden, diese in einem
Gedicht und der passenden Gebärde auszudrücken. Danach hatten
einige ein Sternbild gewählt, in das sie sich zu Hause vertieft hatten.
Diese Sternbilder, Zirkel, Wolf, Schlangenträger, Schütze, Skorpion,
Schlangenkopf und Herkules, die mit dem heutigen, europäischen Kulturimpuls
zusammen-hängen (sie stehen auf einer Linie am nördlichen und
südlichen Sternen-himmel, im Bezug auf dem Frühlingspunkt) sind
an diesem Ort erneut unter-sucht worden und auch in Wort, Musik und Gebärde
‚tanzend’ in den Land-schaftspunkt eingefügt worden.
Ausgangsmaterial für diese Unter-suchung war die Musik des Sternbildes,
die mit Hilfe von astrosophischen (besser astrophonischen) Einsichten
komponiert wurde, als auch Einsichten in das Sternbild selbst. Mit anderen
Worten: es ging dabei um eine neue Art der Verbindung von Sternenwirksamkeiten
mit dem zentralen Landschaftspunkt.
Der Tanz
Aus dieser Sternenarbeit kamen
mit den Sternbildern verbundene Ideale zum Vorschein, wovon ich hier eine
eigene Erfahrung beschreibe. Ich beschäftigte mich mit dem Sternbild
Zirkel. Die Musik bestand aus drei Tönen, sehr klar und kräftig.
Es rief in erster Linie ein einsames Gefühl hervor, von allem ausgegrenzt
zu werden und auf sich selbst zurück-geworfen zu sein. Das ist auch
das, was ein Zirkel in drei Schritten tut, nämlich 1. den Mittelpunkt
auf das Papier setzen, 2. den Umkreis beschreiben und 3. den Kreis schließen.
Das darin beschriebene Ideal habe ich nach einer Anzahl von Vorübungen
in einem Tonmodell ausgearbeitet, das später im Kreistanz plaziert
wurde. Das Modell drückte ein Menschenwesen aus, dass durch Abgrenzung
in seiner eigenen Ich-Kraft zu stehen kommt und so etwas für die
Welt bedeuten kann. Mein Tanz ging so weiter:
Ideal:
Grenzen setzen, um in die eigene
Kraft zu kommen. Auf diesem Platz gibt es auch eine Grenze, gewünscht
zwischen alten und neuen Einweihungs-methoden.
Bewegung:
Ein Schritt an einen bewusst
gewählten Punkt. Eine A-Gebärde öffnet einen Kreis um dich
herum. Laufen auf der Kreislinie. Hände auf der Brust gekreuzt. Einander
die Hände reichen.
Text:
Treffe eine Entscheidung, wähle
einen Punkt.
Mach dich frei.
Setze deine Grenze
Geh auf den Weg zu dir selbst
Freiheit in Verbundenheit.
Ein einfacher, aber deutlicher
Tanz. Nach dem Tanz habe ich den Wunsch ausgesprochen, dass dieser Ort
werden möge, wofür er bestimmt ist und dass die Menschen, die
mit ihm zu tun haben, sich selbst kräftig genug wissen sich hinzustellen
ohne sich in vielleicht anderen gut gemeinten Wegen zu verlieren.
Am Ende des Mittags war jeder fertig und wir hatten eine schöne Zusammenkunft
gehabt, in der jeder einen Tanz mit Text gemacht hatte. Diese wurden dann
Schritt für Schritt mit allen geübt. Es wurde beschlossen es
am Sonntagmorgen in einem Stück hintereinander als einen großen
Tanz auszuführen. Erst wurde mit dem Singen der Tagesstimmung begonnen,
übergehend in das Singen von einzelnen Farben. Danach konnte der
Tanz beginnen. Erst waren die Modelle der Himmelsrichtungen an der Reihe.
Der Akteur setzte sein Modell an einen geeigneten Platz und sagte, was
sie oder er dem Ort wünschte. Danach tanzte er vor und sprach sein
Gedicht. Die ganze Gruppe tanzte noch dreimal in dem großen Zirkel
um die Modelle herum, wonach der nächste kam. Nach den Himmelsrichtungen
folgten die Sternbilder. Als diese alle gesetzt waren, wurde zum Abschluss
die Farbe mauve gesungen, die ganz besonders öffnend und verbindend
wirkt.
Während der Ausführung passierte in der Ätherwelt enorm
viel. Einige Teile wurden von einem starken Wind begleitet, einige von
uns nahmen das Entstehen einer Lichtsäule wahr und wieder andere
Musik oder farbige innere Bilder. Es war ein beeindruckendes Ereignis,
wobei die verschiedenen Erfahrungen einander stark erfüllten. Allgemein
herrschte ein großes Gefühl von Sinnhaftigkeit.
Anfangs fiel mir vor allem das etwas Unwirtliche sowie die unfreundliche
Bewölkung auf, die sich für mich kalt und schwer anfühlte.
Während des Tanzes fühlte ich eine neue Art Wärme aus dem
Inneren heraus entstehen, die die Wolken und die Umgebung angenehmer machte.
Viel wirre Geräusche, die ich in der Natur um mich herum wahrnahm,
machten freudigen Klängen Platz. Merkbar war für mich auch das
Ringen in mir selbst zwischen geordnetem Denken und den Trieben und Urkräften,
die nach oben kommen wollten. Dieser Streit hat sich auch an diesem Ort
in Form des Kampfes konzentriert, der durch das Denken extrem gut durchorganisierten,
aber den Tod fürchtenden Römern und die gern im Kampf sterbenden,
unorganisierten, mutigen, wilden Germanen. Es war alles fühlbar.
Womöglich wird auch durch die berüchtigte Opposition von Pluto
und Saturn der innere Kampf in mir verstärkt, als ob gesagt wurde:
„Wenn du wirklich etwas an diesem Ort willst, musst du selbst aus
diesem Ringen herauskommen und in Frieden mit dir selbst sein. Vorher
wirst du hier nichts wirklich Fruchtbares tun können.“ Wundersam
genug fiel nun auch noch das Sternbild des Zirkels mit diesem Ringen zusammen,
der für mich auch mit dem Setzen von Grenzen zusammenhängt.
Meiner Meinung nach ist dies ein wichtiges Thema unserer Kulturperiode.
Der Zirkel gibt dem Menschen die Möglichkeit sein Ich zu entwickeln
und sich selbst dadurch als ein freier und bewusster Mensch über
die Erde zu bewegen.
Zum Abschluss: Zusammenfassend ist dies eine Art der Arbeit, die mir viel
Befriedigung gibt. Dies hat sicherlich mit der direkt fühlbaren Interak-tion
mit der Natur zu tun. Dazu kommt noch, dass der Landschaftstempel nun
mit einem künstlerischen Prozess und Menschenliebe gestärkt
ist. Etwas, worauf die Natur deutlich fühlbar wartete. Lebendige,
soziale, organische Kunst nährt die Seele; es schlummern viele künstlerische
Talente in jedem Menschen, die traurigerweise kaum in der heutigen Zeit
angesprochen werden. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch mit einem
gesunden Menschenverstand ähnliche Arbeit tun könnte.
Empfohlene Literatur:
- R. Speckner und C. Stamm, Das Geheimnis der Externsteine, Bilder einer
Mysterienstätte, Urachhaus Verlag 2001
- N. de Jong, Esoterisches Christentum bis heute, Rune Verlag 1999, wird
ins Deutsche übersetzt
- A. Wouters v. Weerden, Zwischen Wotan und Widar, Freies Geistesleben
1997
Anmerkungen:
1. Durch diese Einweihung befreite sich ihr Lebensleib vom physischen
Leib und ging mit der Seele und dem Geist mit, was normalerweise während
des Schlafes geschieht. So konnte man bewusst die Lebens-, Seelen- und
Geistwelt betreten.
2. Die Wahrnehmungen vor Ort von Nicolaas deuten darauf hin, dass bis
heute die (Nach)wirkungen deutlich spürbar sind.
3. Das riesige Hermann-Denkmal in der Nähe gedenkt dieser Schlacht,
in der drei römische Legionen unterlagen.
4. Geschehnisse in der geistigen Welt spielen sich schließlich auch
auf der Erde ab, aber nicht als exakte Analogie; es hängt viel von
der menschlichen Entscheidung ab. Dies gilt immer mehr für die Zukunft.
In der Nibelungensage spielen Götter- und Menschenwelt jedoch noch
stark ineinander. So wird z.B. erzählt, dass Wotan Loki dazu angestiftet
hat dafür zu sorgen, dass sich Siegfried in Kriemhilde verliebt.
5. Jeder Kontinent hat seinen eigenen zentralen Planetenprozess, der seine
Kultur impulsiert. In Europa hat sich dieser vermutlich einst vom Olymp
zu den Externsteinen verlagert.
aus Bruisvat 8, Herbst-Winter
2002.
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