|
|
Zeitschrift
für Transformation |
|
Bruisvat Nr. 7 Frühjahr-Sommer 2002
Mysterien des Heiligen Geistes Von Nicolaas de Jong
In den Nag Hammadi Schriften (1) wird angegeben, dass die Urmutter Sophia ein Wesen aus der 21sten Hierarchie von Geistwesen ist, beginnend beim Vater (2), der der Urgrund alles Bestehenden ist. Ohne dass ihre männliche Hälfte es wusste, brachte sie ein Wesen hervor, das zwar ihre Kräfte hatte, aber nicht ihr Bewusstsein. Dieses Wesen, Ialdabaoth (auch Satan/Ahriman genannt), hat zusammen mit seinen sieben Helfern, den sogenannten Archonten, unseren Kosmos aus den Kräften seiner Mutter mit allen darin wirksamen Wesen und Erscheinungen geschaffen, jedoch als verdunkelte Absplitterung des Vatergrundes, denn Sein Licht strömte hier nicht mehr hindurch. Diese Urmutter Sophia (von unserem Kosmos) war über diese Tat und ihren Sohn traurig, fühlte sich geschwächt, denn ihr Sohn saugte alle ihre Kräfte aus ihr heraus, um seine Welt zu schaffen, so dass sie auch nicht mehr zu den höheren Welten aufschauen konnte. Nach einer langen Zeit hatte Gott, der Vater, Mitleid mit ihr bekommen und hat, um sie zu erlösen und damit unseren Kosmos zum Guten zu wenden (d.h. zur Entwicklung zu bringen), uns Seinen Sohn gegeben. Gleichzeitig hat er durch alle Welten klingen lassen „Es gibt den Menschen“, was auch Ialdabaoth aufgefangen hat, der daraufhin ein Wesen durch seine Archonten machen ließ, das sie ehren sollte. Damit gingen sie daran, den Menschen zu machen, aber durch das Wirken des Sohnes, dem „Ich bin“ lebt ein Keim für die Entwicklung und Selbständigkeit in jedem Menschen (im Prinzip), das nicht den Archonten, sondern dem höchsten Gott gehorchen und der sich zur Umformung des finsteren Reiches entwickeln kann, das eine Abspaltung des Vatergrundes war. Die Mutter Sophia, d.h. der Geist innerhalb des durch Ialdabaoth geschaffenen Kosmos, hat einen Funken ihres Lichtes in uns entzündet (sie stammte von Barbelo, dem Urmuttergrund, der reiner Geist und eine Emanation des Vaters ist, Sein verwirklichtes Wesen im Geistigen (3)); es ist jener Teil unseres Seelenleibes, worin sich unser Ich spiegelt und bewusst wird. Sie sah jedoch, dass die Menschen sie nicht als seinen wahren Geist erkennen konnten, verfinstert wie sie dadurch waren, dass sie von den Archonten geschaffen waren (obwohl doch nach dem Urbild des Vaters). Darum hat sie sich hinter den Schleiern der Erscheinungen zurückgezogen und wartet bis der individuelle Mensch diese Schleier zu durchblicken weiß und sie als den wahren oder Heiligen Geist erkennt (dies ist in der Isis-Legende aus dem alten Ägypten bewahrt). Schließlich hat sie ihren Thron in den tiefsten, unterirdischen Schichten aufgerichtet (4), dort wo ein Gegenseraphim zur Hass und schwarze Magie inspiriert, wo aber gleichzeitig die Pforte zum Himmlischen Shamballa ist, das Reich des kommenden Neuen Jerusalem (die Jupiter-Phase der Erde), woran jeder Mensch arbeitet, der in seinen Taten das Gute bekennt und erstrebt (5). Sie wartet bis der Mensch diese Schleier Stück für Stück durchlichtet hat, um Ihren wahren Geist zu zeigen und um den individuellen Menschen zurück zu seinem Urvatergrund zu führen. Folglich hat ein Mensch, der sie findet, schon energisch daran gearbeitet, um die Schleier der Finsternis umzuformen und mit der Keimkraft des Sohnes in sich zu durchlichten, (das biblische „Siehe, ich mache alles neu“). Das Geheimnisvolle hinter dieser dunklen Welt von Materie und Kräften, die für unser heutiges Wachbewusstsein unzugänglich ist, aber doch aus sich selbst nach dem Urbild des Vaters geschaffen und demnach die manifestierte, verzerrte Vaterwelt darstellt, ist, dass wir die Mutter nur durch die Kräfte des Sohnes finden können, somit durch das „Ich bin“, aber dann in seinem schaffenden Aspekt. Das heißt: Erst tun in den Lebens-Arbeitswelten und dann erst wahrnehmen können (6), weil wir mit dem bewussten Tun eine Schicht Seelenbewusstseinssubstanz (die Muttersubstanz ist) über diese Tat legen; die Tat ist immer eine Geste in der Lebenswelt, die in sich selbst für unser Bewusstsein dunkel ist. Dies wird in der griechischen Mythologie das Goldene Vlies genannt. Durch den Sohn, den „Menschensohn“ in uns zu entwickeln, können wir eben zu dem Vater und der Mutter kommen, d.h. unseren Geist stark machend, damit er sich einleben und in den Lebenswelten schaffen kann, die hinter dem Physischen liegen und diese unterhalten (was zu Inspiration und Intuition führt). Wenn wir nämlich mit unserem Geist innere Bilder schaffen, somit imaginative Qualitäten in uns wecken, die das Denken zum Bildbewusstsein machen können, sind wir in der Kraft von Mutter Sophia tätig, aber sind noch nicht bei ihr, genauso wenig wie bei dem Sohn oder dem Vater; wir nehmen ihre Auswirkungen von aussen wahr. Es gibt uns den erste Fähigkeiten der Wahrnehmung von und in dem Geistigen. Forschung nach der Mutter hängt
somit eng zusammen mit Forschung nach dem Sohn (7).
Die Karmaforschung Rudolf Steiners
hat hervorgebracht, dass es neben zwei Jesusknaben drei Trägerinnen
des Sophia-Impulses gibt, die jede eine bestimmte Aufgabe für diese
in verschiedenen Erdenleben ausführt. Während der Ereignisse
in Palästina am Beginn der Zeitrechnung waren sie alle drei anwesend
und haben eine Rolle um das Leben des Jesus Christus herum gespielt. Es
gab die Mutter des Königskindes Jesus (aus der salomonischen Linie
des David abstammend; s. Kapitel 1 des Matthäus-Evangeliums), die
verheiratet war mit einem alten Mann und in Jerusalem wohnte (das ist
jenes Paar, das auf der Flucht vor Herodes nach Ägypten zog, so dass
dieses Jesuskind alle bis dahin vorhandenen Mysterienweisheiten in sich
aufnahm; später ziehen sie wieder nach Jerusalem). Diese Maria war
einst Eva gewesen und hat seit dieser Zeit (die vierte lemurische Kulturperiode
(9)) viele Leben auf der Erde durchgemacht. Eines dieser Leben war das
des chinesischen Philosophen Lao Tse, der Autor des Buches Tao Te King,
worin ein Weg durch das Tao angegeben wird; der Weg durch die Tau oder
auch die Lebenswelt, die sich durch das wässrige Element ausdrückt
(10). Damit wird der Denkaspekt der Sophia in dieser Eva deutlich. Das
durch sie getragene Jesuskind trägt das Ich, den Geistkeim des großen
persischen Eingeweihten Zarathustra. Ein besonderer Zusammenhang
in den Ereignissen tritt folgendermaßen auf: Das erste Jesuskind,
das die eigentliche Hoffnung der Messias zu werden, verkörperte (er
war derjenige, der von den drei Königen beschenkt wurde), stirbt
jung, wobei sein Geistkeim, sein Ich, in den anderen, später geborenen
Jesus überging (dieser hat keinen eigenen Geistkeim, wird aber von
Gauthama Buddha umhüllt). Dies geschah, als er zwölf Jahre alt
war, wie in seinen Aufsehen erregenden Tempelpredigten erkennbar ist.
Maria, die Mutter des zweiten Jesuskindes stirbt auch jung und der alte
Mann Josef, Vater des ersten Jesuskindes, stirbt auch bald darauf. Es
geschah nun, dass die beiden halben Familien sich zusammentaten und in
Nazareth wohnten, weil Jerusalem zu gefährlich war angesichts der
Bedrohung, die von Herodes und den Römern ausging (11).
In seinen Vorträgen über das fünfte Evangelium (14) beschreibt Rudolf Steiner wie Jesus, der inzwischen die Zimmerei von seinem Vater übernommen hat, in seinem dreißigsten Lebensjahr nach einer langen Wanderung durch verschiedene Dörfer und Höfe, wo er gearbeitet hatte, nach Hause kommt. Er ist dabei sehr missmutig und seine Mutter Maria (die schon oft inkarnierte Eva, die in diesem Jesus das Ich ihres Sohnes kennt und sich darum zutiefst mit ihm verbunden fühlt) fragt ihn, was mit ihm los sei. Jesus hat all das Leid der Menschen gesehen und auch die Dämonen, die in die Mysterienstätten eingezogen sind und er überträgt dieses Leid nun durch seine Worte auf seine Mutter. Durch die Intensität, durch die dies geschieht und mit der es empfangen wird, überträgt Jesus seinen Geist (der Geist von Zarathustra) an Maria, währdend das Ich, der Geist dieser Eva-Maria, aus ihr verschwindet; dieser verbindet sich daraufhin mit der Seele und dem Geist der schon verstorbenen Maria (15). Sie verfolgen dicht aus der geistigen Welt die weiteren Ereignisse um ihren Sohn. Jesus läuft daraufhin einige Tage ichlos herum, als eine Art Zombie (seine Brüder denken, dass er nun völlig durchgedreht sei) und als er daraufhin im Jordan von Johannes getauft wurde, geht Christus in diesen Körper hinein und übernimmt ihn. Die weitere Geschichte von Christus´ Wirken und Leiden ist bekannt und das übergehe ich hier, um den Blick auf die Pfingstversammlung zu richten, wo über den Häuptern der Jünger Flammenzungen schwebten und sie alle Sprachen sprechen konnten. Dies wird als Ausströmung des Heiligen Geistes über sie wiedergegeben. Nun war dabei auch Mutter Maria anwesend, d.h. das Ich von Jesus, eng verbunden mit den zwei Eva-Marias in der geistigen Welt, weil dieses Ich in die Seele von Eva-Maria gehüllt war. Es sind genau diese beiden, die die Vermittlerinnen des Ausströmens des Heiligen Geistes über die Anwesenden sind. Auch Maria Magdalena ist dabei anwesend, aber sie scheint bezüglich dieses Ausströmens nicht eine so große Rolle gespielt zu haben. Wohl konnte sie die Jünger vorher über das weitere Schicksal von ihnen und dem Christus beruhigen.
Kaspar Hauser und Anthroposophia Für das gemeinsame Wirken der beiden Marien muss ich nun einen schnellen Zeitsprung machen. Des öfteren wurde gedacht, dass sie in der Gralsburg von König Amfortas eine bedeutsame Rolle gespielt haben, aber diese ganzen Ereignisse um Parzifal haben sich kaum physisch auf der Erde abgespielt (dies wird wenig zur Kenntnis genommen); es ging dabei um eine Gruppe von Rittern und Jungfrauen, die, indem sie eine irdisches Ritual vollzogen, eine Verbindung, mit einer geistigen Kolonie herstellte, die das Wissen vom Gral trug. Es ging hierbei gerade darum, dass Parzifal lernte sich zum Geist zu erheben und so lernte, den Gral nach unten hin zu halten, ihn mit der Erde zu verbinden, ihn zu erobern, indem er selbst Mitleid entwickelte (16). In dieser Geistkolonie war vor allem, die bis dahin wenig inkarnierte Eva-Maria aktiv.
Ihr erstes wirkliches Zusammenwirken
im Physischen auf der Erde
Ihr folgendes gemeinsames Wirken im Auftrag der Mutter war ihr Einsatz für die Anthroposophie. Christus hat vor seinem Kreuzweg gesagt, dass Er den Menschen einen Platz bereiten wird, wo sie anfangs nicht hin kommen können, aber dass er ihnen den Heiligen Geist senden werde, damit sie den Platz sehen und finden können. Im Schulungsweg, den Rudolf Steiner ausgearbeitet hat, ist das möglich geworden. Sein wichtigster Auftrag entsprechend seinen Worten war seine Schüler vom Verstand weg hin zum Geistigen zu führen durch die Seele. Das tut man, wenn man mit dem Ich formend in der Seele beginnt tätig zu werden; diese wird dann zum Geistselbst oder imaginativem Bewusstsein. Die Schulungsmethoden sind so, dass der Heilige Geist nicht gegeben wird, sondern dass man sich dazu selbstumformend einen Weg suchen und bahnen kann, wobei man lernt, die Schleier der physischen Welt in ihrem wirklichen, geistoffenbarenden Charakter zu lichten (die Idee, die hinter den Erscheinungen steht, sehen lernt). Nun hat Rudolf Steiner seine Werk tun können, weil er sehr eng mit Gräfin Johanna von Keyserlingk zusammenarbeitete. Diese nahm zu einem bestimmten Zeitpunkt Anthroposophia als ein Wesen um Rudolf Steiner herum wahr, was er auch bestätigte. Nun zeigt sich in Johanna von Keyserlingk, dass sie die schon viele Male reinkarnierte Eva-Maria war, die in der Anthroposophia die andere Eva-Maria erkannte, und das beide somit wieder am Geistselbst als Zugang zu Mutter Sophia oder auch dem Heiligen Geist gearbeitet haben, natürlich mit Steiners Kräften als Fokus. Von daher kann man sich auch vorstellen, dass Steiner mit der Stiftung der neuen Mysterien den Mysterienstrom der Anthroposophie als jenes Fenster öffnete, durch das die anderen geoffenbart oder gefunden werden können, weil dies eng mit dem menschlichen Bewusstsein zusammenhängt (das Ich wird sich in der Seele bewusst und dies immer mehr, wenn beide durch das Geistselbst umgeformt sind). Das zeigt gleichzeitig, dass es noch mehr Mysterien gibt, als die Anthroposophie, die alle seinerzeit geoffenbart werden und nach aussen treten können. Wahrscheinlich ist damit die gemeinsame Aufgabe dieser beiden Eva-Maria-Individualitäten erledigt, was natürlich nichts über andere gemeinsame Bündnisse sagt (18).
Wie man zur Mutter kommt Man kann das Wirken der Mutter
in jenem der Landschafts- und Pflanzendevas erkennen, welche Engel sind,
die von Mutter Erde (die in der Erde verschleierte Mutter Sofia) ausgehen
und die Natur instand halten bis wir genug davon verinnerlicht und uns
zu eigen gemacht haben, so dass wir einen Planeten wachsen lassen können.
Landschaftsdevas manifestieren sich auf drei verschiedene Weisen, die
jeweils einen Punkt in einem räumlichen Dreieck in Stand halten,
die einen Landschaftstempel ausmachen (19). Im Einströmungspunkt,
wo die Kräfte aus dem Kosmos als Klänge aufgefangen werden,
zeigt sich die Landschaftsdeva als weißer Engel (Madonna); an dem
Punkt des Landschaftstempels wo sie diese Kräfte mit denen des Untergrundes
und der Luft transformiert, zeigt sie sich als der schwarze Engel, und
an dem Ausströmungspunkt als der blaue Engel. In dieser Dreiheit
ist wieder der dreifältige Aspekt der Mutter zu finden: Einströmen
– Gefühlsempfänglichkeit; Transformation – Willensaktivität;
Ausströmen – Denkaktivität. Übrigens ist in und um Cuzco in Peru ein bedeutsames Zentrum der Mutter: Die Inka nennen es Mammapacha und haben Einweihungswege um mit ihr in Kontakt zu kommen. Einer der wichtigsten ist über dem (Äther)Magen, in ihrer Sprache quosquo genannt (daher Cuzco (20)). Das ist das Wahrnehmungsorgan, wodurch sie in der Erde und die darin lebenden Wesen wahrnehmen können, namentlich in den schwärzeren, dunkleren Schichten der physischen Erde. Es steht in enger Verbindung mit (wenn es nicht sogar identisch ist) der 10-blättrigen Sonnengeflechts-Lotusblume, das Seelensinnesorgan, womit wir vom Seelischen aus in die Welten von Leben, Seele und Geist schauen können, indem wir sie auf der Basis des Seelenleibes unser Geistselbst entwickeln. Vom Äthermagen aus können sie tiefer in die unterirdischen Spären eindringen. Der Ort Cuzco selbst liegt mitten in den Anden, die zusammen mit den nordamerikanischen Rocky Mountains das Rückgrat formen, den Angriffspunkt von Ialdabaoth/Ahriman. Das Erdzentrum ist der Ort, wo die Mutter ganz besonders wartet bis der Mensch durch die Menschensohnkräfte aus dem Geisteslichtfunken diese Finsternis wieder ganz durchlichten kann und die Kräfte des Vatergottes durch den Sohn hier einlassen kann.
Anmerkungen: (1) Diese Schrifften sind 1945
an diesem Ort in Israel gefunden worden. Siehe auch den ausführlichen
Artikel von Evelien Nijeboer in Bruisvat Nummer 5. Zurück nach Archif
|
|