Zeitschrift

für Transformation

 

 

Bruisvat Nr. 7 Frühjahr-Sommer 2002


Von der Mutter zum Tröster – und weiter ?

Mysterien des Heiligen Geistes

Von Nicolaas de Jong


Es gibt viel Unklarheit über den Zusammenhang des Heiligen Geistes mit der Mutter in der Erde, Sophia und Anthroposophia. Im weiteren sind einige Grundzüge Ihres Wirkens aufgezeigt, namentlich der Trägerinnen des Mutterimpulses, was ein Ergebnis der Karma-forschung und Arbeit in den unterirdischen Sphären durch den Autor ist. Nicolaas de Jong hat sich schon mehrere Jahre mit dieser Forschung als ein Nebenzweig seiner astrosophischen Praxis damit beschäftigt und auch in einer Landschaftsarbeit mit den sogenannten Devas, den Engeln der Mutter. Daneben macht er Arbeit in den neun unterirdischen Sphären in Bezug auf heilende Wirkungen in ehemaligen KZ-Lagern, worüber schon ein Artikel im Lazarus 2-05 erschienen ist.


Die Aufgabe der Mutter

In den Nag Hammadi Schriften (1) wird angegeben, dass die Urmutter Sophia ein Wesen aus der 21sten Hierarchie von Geistwesen ist, beginnend beim Vater (2), der der Urgrund alles Bestehenden ist. Ohne dass ihre männliche Hälfte es wusste, brachte sie ein Wesen hervor, das zwar ihre Kräfte hatte, aber nicht ihr Bewusstsein. Dieses Wesen, Ialdabaoth (auch Satan/Ahriman genannt), hat zusammen mit seinen sieben Helfern, den sogenannten Archonten, unseren Kosmos aus den Kräften seiner Mutter mit allen darin wirksamen Wesen und Erscheinungen geschaffen, jedoch als verdunkelte Absplitterung des Vatergrundes, denn Sein Licht strömte hier nicht mehr hindurch. Diese Urmutter Sophia (von unserem Kosmos) war über diese Tat und ihren Sohn traurig, fühlte sich geschwächt, denn ihr Sohn saugte alle ihre Kräfte aus ihr heraus, um seine Welt zu schaffen, so dass sie auch nicht mehr zu den höheren Welten aufschauen konnte.

Nach einer langen Zeit hatte Gott, der Vater, Mitleid mit ihr bekommen und hat, um sie zu erlösen und damit unseren Kosmos zum Guten zu wenden (d.h. zur Entwicklung zu bringen), uns Seinen Sohn gegeben. Gleichzeitig hat er durch alle Welten klingen lassen „Es gibt den Menschen“, was auch Ialdabaoth aufgefangen hat, der daraufhin ein Wesen durch seine Archonten machen ließ, das sie ehren sollte. Damit gingen sie daran, den Menschen zu machen, aber durch das Wirken des Sohnes, dem „Ich bin“ lebt ein Keim für die Entwicklung und Selbständigkeit in jedem Menschen (im Prinzip), das nicht den Archonten, sondern dem höchsten Gott gehorchen und der sich zur Umformung des finsteren Reiches entwickeln kann, das eine Abspaltung des Vatergrundes war. Die Mutter Sophia, d.h. der Geist innerhalb des durch Ialdabaoth geschaffenen Kosmos, hat einen Funken ihres Lichtes in uns entzündet (sie stammte von Barbelo, dem Urmuttergrund, der reiner Geist und eine Emanation des Vaters ist, Sein verwirklichtes Wesen im Geistigen (3)); es ist jener Teil unseres Seelenleibes, worin sich unser Ich spiegelt und bewusst wird. Sie sah jedoch, dass die Menschen sie nicht als seinen wahren Geist erkennen konnten, verfinstert wie sie dadurch waren, dass sie von den Archonten geschaffen waren (obwohl doch nach dem Urbild des Vaters). Darum hat sie sich hinter den Schleiern der Erscheinungen zurückgezogen und wartet bis der individuelle Mensch diese Schleier zu durchblicken weiß und sie als den wahren oder Heiligen Geist erkennt (dies ist in der Isis-Legende aus dem alten Ägypten bewahrt).

Schließlich hat sie ihren Thron in den tiefsten, unterirdischen Schichten aufgerichtet (4), dort wo ein Gegenseraphim zur Hass und schwarze Magie inspiriert, wo aber gleichzeitig die Pforte zum Himmlischen Shamballa ist, das Reich des kommenden Neuen Jerusalem (die Jupiter-Phase der Erde), woran jeder Mensch arbeitet, der in seinen Taten das Gute bekennt und erstrebt (5). Sie wartet bis der Mensch diese Schleier Stück für Stück durchlichtet hat, um Ihren wahren Geist zu zeigen und um den individuellen Menschen zurück zu seinem Urvatergrund zu führen. Folglich hat ein Mensch, der sie findet, schon energisch daran gearbeitet, um die Schleier der Finsternis umzuformen und mit der Keimkraft des Sohnes in sich zu durchlichten, (das biblische „Siehe, ich mache alles neu“). Das Geheimnisvolle hinter dieser dunklen Welt von Materie und Kräften, die für unser heutiges Wachbewusstsein unzugänglich ist, aber doch aus sich selbst nach dem Urbild des Vaters geschaffen und demnach die manifestierte, verzerrte Vaterwelt darstellt, ist, dass wir die Mutter nur durch die Kräfte des Sohnes finden können, somit durch das „Ich bin“, aber dann in seinem schaffenden Aspekt. Das heißt: Erst tun in den Lebens-Arbeitswelten und dann erst wahrnehmen können (6), weil wir mit dem bewussten Tun eine Schicht Seelenbewusstseinssubstanz (die Muttersubstanz ist) über diese Tat legen; die Tat ist immer eine Geste in der Lebenswelt, die in sich selbst für unser Bewusstsein dunkel ist. Dies wird in der griechischen Mythologie das Goldene Vlies genannt. Durch den Sohn, den „Menschensohn“ in uns zu entwickeln, können wir eben zu dem Vater und der Mutter kommen, d.h. unseren Geist stark machend, damit er sich einleben und in den Lebenswelten schaffen kann, die hinter dem Physischen liegen und diese unterhalten (was zu Inspiration und Intuition führt). Wenn wir nämlich mit unserem Geist innere Bilder schaffen, somit imaginative Qualitäten in uns wecken, die das Denken zum Bildbewusstsein machen können, sind wir in der Kraft von Mutter Sophia tätig, aber sind noch nicht bei ihr, genauso wenig wie bei dem Sohn oder dem Vater; wir nehmen ihre Auswirkungen von aussen wahr. Es gibt uns den erste Fähigkeiten der Wahrnehmung von und in dem Geistigen.

Forschung nach der Mutter hängt somit eng zusammen mit Forschung nach dem Sohn (7).
Was dies betrifft, sind die Bemerkungen von Christus auf eine Frage von den Jüngern relevant, dass, wo er hinginge, sie noch nicht mitkommen könnten, aber dass er für sie den Tröster, den Geist der Wahrheit oder auch den Heiligen Geist senden werde, der aus dem Vatergrund komme und der sie lehren werde. Gleichzeitig wird Christus für sie einen Platz bereiten, so dass sie durch Ihn den Weg dahin in die geistigen Welten finden können (8).
Daneben macht dieser Ausspruch einsichtig, dass dem, der gegen den Vater oder den Sohn sündigt, vergeben werden kann, aber nicht dem, der gegen den Heiligen Geist sündigt; nicht auf der Erde und auch nicht im Himmel. Der tut nämlich Unrecht an seinem eigenem Geistkeim, seinem Entwicklungswesen, und behindert damit ausser seiner eigenen Entwicklungs-möglichkeit auch jene der Erde und des Kosmos. Bewusstsein über Vater und Sohn sind anfänglich wenig durchlichtet, und Urteile darüber können somit auch nicht wirklich übel genommen werden.


Trägerinnen des Mutterimpulses

Die Karmaforschung Rudolf Steiners hat hervorgebracht, dass es neben zwei Jesusknaben drei Trägerinnen des Sophia-Impulses gibt, die jede eine bestimmte Aufgabe für diese in verschiedenen Erdenleben ausführt. Während der Ereignisse in Palästina am Beginn der Zeitrechnung waren sie alle drei anwesend und haben eine Rolle um das Leben des Jesus Christus herum gespielt. Es gab die Mutter des Königskindes Jesus (aus der salomonischen Linie des David abstammend; s. Kapitel 1 des Matthäus-Evangeliums), die verheiratet war mit einem alten Mann und in Jerusalem wohnte (das ist jenes Paar, das auf der Flucht vor Herodes nach Ägypten zog, so dass dieses Jesuskind alle bis dahin vorhandenen Mysterienweisheiten in sich aufnahm; später ziehen sie wieder nach Jerusalem). Diese Maria war einst Eva gewesen und hat seit dieser Zeit (die vierte lemurische Kulturperiode (9)) viele Leben auf der Erde durchgemacht. Eines dieser Leben war das des chinesischen Philosophen Lao Tse, der Autor des Buches Tao Te King, worin ein Weg durch das Tao angegeben wird; der Weg durch die Tau oder auch die Lebenswelt, die sich durch das wässrige Element ausdrückt (10). Damit wird der Denkaspekt der Sophia in dieser Eva deutlich. Das durch sie getragene Jesuskind trägt das Ich, den Geistkeim des großen persischen Eingeweihten Zarathustra.
Die zweite Maria, in Nazareth wohnend, war die Mutter des Jesuskindes, das aus der nathanischen Linie von David abstammte (siehe den anderen Stammbaum im Lukas-Evangelium, Kapitel 3, der auf Adam zurückgeht), und das durch die Hirten in Bethlehem verehrt wurde. Diese Maria trug jenen Teil der Sophia, der noch kein Leben auf der Erde durchgemacht hatte und als reine Seele zurückgeblieben war, um hier das erste Mal zu inkarnieren. Durch sie kommt der reine Gefühlsaspekt der Mutter Sophia zum Ausdruck.

Ein besonderer Zusammenhang in den Ereignissen tritt folgendermaßen auf: Das erste Jesuskind, das die eigentliche Hoffnung der Messias zu werden, verkörperte (er war derjenige, der von den drei Königen beschenkt wurde), stirbt jung, wobei sein Geistkeim, sein Ich, in den anderen, später geborenen Jesus überging (dieser hat keinen eigenen Geistkeim, wird aber von Gauthama Buddha umhüllt). Dies geschah, als er zwölf Jahre alt war, wie in seinen Aufsehen erregenden Tempelpredigten erkennbar ist. Maria, die Mutter des zweiten Jesuskindes stirbt auch jung und der alte Mann Josef, Vater des ersten Jesuskindes, stirbt auch bald darauf. Es geschah nun, dass die beiden halben Familien sich zusammentaten und in Nazareth wohnten, weil Jerusalem zu gefährlich war angesichts der Bedrohung, die von Herodes und den Römern ausging (11).
Die dritte Maria, Maria Magdalena, war die Schwester von Lazarus/Johannes und von Martha. Sie war neben Schülerin auch die Frau des späteren Christus, der in Jesus inkorporierte (während der letzten drei Jahre seines Lebens)(12). Ihre Inkarnationslinie geht zurück zur ersten Tochter Adams und Evas, Norea; diese wird durch die Gegenmächte, die Archonten, in die Finsternis versetzt, kann aber da durch den Schutz der Mutter Sophia gut gegen ankommen (13) In diesem Licht wird es begreiflich, warum Christus erst sieben Geister aus ihr austreibt; sie ist in die Finsternis geworfen, d.h. dorthin, wo der Tätigkeitsbereich des Lebens ist, worin unser (für das Bewusstsein dunkler) Wille webt und lebt. Diese Austreibung ist somit für Maria Magdalena gleichzeitig ihre Einweihung. Hieran wird auf einmal deutlich, dass diese Maria den Willensaspekt der Mutter Sophia verkörpert; etwas, das durch die heutige Kultur der Bewusstseinsseele und danach mehr und mehr nach aussen kommen wird. Dies ist wieder ein anderer Aspekt der Mutter. Ich will mich hier jedoch auf die anderen beiden konzentrieren, die zusammen bis in die jüngste Geschichte hinein eine bedeutsame Rolle gespielt haben.


Rund um die Jordantaufe

In seinen Vorträgen über das fünfte Evangelium (14) beschreibt Rudolf Steiner wie Jesus, der inzwischen die Zimmerei von seinem Vater übernommen hat, in seinem dreißigsten Lebensjahr nach einer langen Wanderung durch verschiedene Dörfer und Höfe, wo er gearbeitet hatte, nach Hause kommt. Er ist dabei sehr missmutig und seine Mutter Maria (die schon oft inkarnierte Eva, die in diesem Jesus das Ich ihres Sohnes kennt und sich darum zutiefst mit ihm verbunden fühlt) fragt ihn, was mit ihm los sei. Jesus hat all das Leid der Menschen gesehen und auch die Dämonen, die in die Mysterienstätten eingezogen sind und er überträgt dieses Leid nun durch seine Worte auf seine Mutter. Durch die Intensität, durch die dies geschieht und mit der es empfangen wird, überträgt Jesus seinen Geist (der Geist von Zarathustra) an Maria, währdend das Ich, der Geist dieser Eva-Maria, aus ihr verschwindet; dieser verbindet sich daraufhin mit der Seele und dem Geist der schon verstorbenen Maria (15). Sie verfolgen dicht aus der geistigen Welt die weiteren Ereignisse um ihren Sohn. Jesus läuft daraufhin einige Tage ichlos herum, als eine Art Zombie (seine Brüder denken, dass er nun völlig durchgedreht sei) und als er daraufhin im Jordan von Johannes getauft wurde, geht Christus in diesen Körper hinein und übernimmt ihn. Die weitere Geschichte von Christus´ Wirken und Leiden ist bekannt und das übergehe ich hier, um den Blick auf die Pfingstversammlung zu richten, wo über den Häuptern der Jünger Flammenzungen schwebten und sie alle Sprachen sprechen konnten. Dies wird als Ausströmung des Heiligen Geistes über sie wiedergegeben. Nun war dabei auch Mutter Maria anwesend, d.h. das Ich von Jesus, eng verbunden mit den zwei Eva-Marias in der geistigen Welt, weil dieses Ich in die Seele von Eva-Maria gehüllt war. Es sind genau diese beiden, die die Vermittlerinnen des Ausströmens des Heiligen Geistes über die Anwesenden sind. Auch Maria Magdalena ist dabei anwesend, aber sie scheint bezüglich dieses Ausströmens nicht eine so große Rolle gespielt zu haben. Wohl konnte sie die Jünger vorher über das weitere Schicksal von ihnen und dem Christus beruhigen.

 

Kaspar Hauser und Anthroposophia

Für das gemeinsame Wirken der beiden Marien muss ich nun einen schnellen Zeitsprung machen. Des öfteren wurde gedacht, dass sie in der Gralsburg von König Amfortas eine bedeutsame Rolle gespielt haben, aber diese ganzen Ereignisse um Parzifal haben sich kaum physisch auf der Erde abgespielt (dies wird wenig zur Kenntnis genommen); es ging dabei um eine Gruppe von Rittern und Jungfrauen, die, indem sie eine irdisches Ritual vollzogen, eine Verbindung, mit einer geistigen Kolonie herstellte, die das Wissen vom Gral trug. Es ging hierbei gerade darum, dass Parzifal lernte sich zum Geist zu erheben und so lernte, den Gral nach unten hin zu halten, ihn mit der Erde zu verbinden, ihn zu erobern, indem er selbst Mitleid entwickelte (16). In dieser Geistkolonie war vor allem, die bis dahin wenig inkarnierte Eva-Maria aktiv.

Kaspar Hauser (1830).

Ihr erstes wirkliches Zusammenwirken im Physischen auf der Erde
war in Kaspar Hauser (1812-1833). Dieser Junge kam als 13-jähriger in Nürnberg das erste Mal vor die Menschen. Davor war er in einem Raum zwischen zwei Vertiefungen eingesperrt gewesen, nur am Leben gehalten durch eine Luke, ohne menschlichen Kontakt genossen zu haben. Er musste lernen zu laufen, zu sprechen, zu schreiben (ein für ihn befremdliches Tun in der Menschenwelt) und andere grundlegende Geschicklichkeiten und so ist man Schritt für Schritt hinter seine Geschichte gekommen. Er war vermutlich der Kronprinz eines führenden, deutschen Fürstenhauses, der gekidnappt und eingesperrt wurde, so dass er nicht sein Werk für die Menschheit tun konnte. Aus diesem Grund ist er auch später in seinem jungen Leben ermordet worden. Tatsächlich hat er gerade durch sein Eingesperrtsein (kulminierend in der Art wie er in den Tod gegangen ist; er hat drei Tage überlebt bis die Messerstiche in seinem Herzen tödlich wirkten) sein Werk tun können, nämlich das erste menschliche Geistesglied, Geistselbst genannt, zu entwickeln. Das meint die Bildekraft, um frei vom Körperlichen die Gedanken zu lebendigen Wirklichkeiten zu machen. Dies ist in der Gefangenschaft geschehen. Rudolf Steiner sagt Verschiedenes über diesen Kaspar Hauser. Es war ein einmaliges Ereignis, dass er in dieser Art inkarnierte. Wäre er nicht gewesen, hätten wir keine geistige Entwicklung machen können. Dass es dabei um die erste Inkarnation eines Wesens geht, ist überhaupt ausgeschlossen, denn er konnte in sehr kurzer Zeit den Rückstand aufholen, für den ein normaler Mensch viel länger braucht, um das zu schaffen, geschweige denn ihn aufzuholen. Er brachte somit die notwendigen Talente und Fähigkeiten mit, die nur in früheren Erdenleben aufgebaut worden sein können. Der einmalige Charakter liegt nach meiner Karmaforschung darin, dass die bereits viele Male inkarnierte Eva-Maria in dem Körper von Kaspar Hauser wohnte, während die andere, weniger inkarnierte Eva-Maria die Verbindung zum Geistigen herstellte und beide so das Geistselbst, die imaginative Fähigkeit in der menschlichen Seele einprägen konnten (17). Mit diesem Geistesglied können wir den Heiligen Geist, die Welt der
Heiligen Geist.

Johanna von Keyserlinck (ca. 1924).

Ihr folgendes gemeinsames Wirken im Auftrag der Mutter war ihr Einsatz für die Anthroposophie. Christus hat vor seinem Kreuzweg gesagt, dass Er den Menschen einen Platz bereiten wird, wo sie anfangs nicht hin kommen können, aber dass er ihnen den Heiligen Geist senden werde, damit sie den Platz sehen und finden können. Im Schulungsweg, den Rudolf Steiner ausgearbeitet hat, ist das möglich geworden. Sein wichtigster Auftrag entsprechend seinen Worten war seine Schüler vom Verstand weg hin zum Geistigen zu führen durch die Seele. Das tut man, wenn man mit dem Ich formend in der Seele beginnt tätig zu werden; diese wird dann zum Geistselbst oder imaginativem Bewusstsein. Die Schulungsmethoden sind so, dass der Heilige Geist nicht gegeben wird, sondern dass man sich dazu selbstumformend einen Weg suchen und bahnen kann, wobei man lernt, die Schleier der physischen Welt in ihrem wirklichen, geistoffenbarenden Charakter zu lichten (die Idee, die hinter den Erscheinungen steht, sehen lernt). Nun hat Rudolf Steiner seine Werk tun können, weil er sehr eng mit Gräfin Johanna von Keyserlingk zusammenarbeitete. Diese nahm zu einem bestimmten Zeitpunkt Anthroposophia als ein Wesen um Rudolf Steiner herum wahr, was er auch bestätigte. Nun zeigt sich in Johanna von Keyserlingk, dass sie die schon viele Male reinkarnierte Eva-Maria war, die in der Anthroposophia die andere Eva-Maria erkannte, und das beide somit wieder am Geistselbst als Zugang zu Mutter Sophia oder auch dem Heiligen Geist gearbeitet haben, natürlich mit Steiners Kräften als Fokus. Von daher kann man sich auch vorstellen, dass Steiner mit der Stiftung der neuen Mysterien den Mysterienstrom der Anthroposophie als jenes Fenster öffnete, durch das die anderen geoffenbart oder gefunden werden können, weil dies eng mit dem menschlichen Bewusstsein zusammenhängt (das Ich wird sich in der Seele bewusst und dies immer mehr, wenn beide durch das Geistselbst umgeformt sind). Das zeigt gleichzeitig, dass es noch mehr Mysterien gibt, als die Anthroposophie, die alle seinerzeit geoffenbart werden und nach aussen treten können. Wahrscheinlich ist damit die gemeinsame Aufgabe dieser beiden Eva-Maria-Individualitäten erledigt, was natürlich nichts über andere gemeinsame Bündnisse sagt (18).


Wie man zur Mutter kommt

Man kann das Wirken der Mutter in jenem der Landschafts- und Pflanzendevas erkennen, welche Engel sind, die von Mutter Erde (die in der Erde verschleierte Mutter Sofia) ausgehen und die Natur instand halten bis wir genug davon verinnerlicht und uns zu eigen gemacht haben, so dass wir einen Planeten wachsen lassen können. Landschaftsdevas manifestieren sich auf drei verschiedene Weisen, die jeweils einen Punkt in einem räumlichen Dreieck in Stand halten, die einen Landschaftstempel ausmachen (19). Im Einströmungspunkt, wo die Kräfte aus dem Kosmos als Klänge aufgefangen werden, zeigt sich die Landschaftsdeva als weißer Engel (Madonna); an dem Punkt des Landschaftstempels wo sie diese Kräfte mit denen des Untergrundes und der Luft transformiert, zeigt sie sich als der schwarze Engel, und an dem Ausströmungspunkt als der blaue Engel. In dieser Dreiheit ist wieder der dreifältige Aspekt der Mutter zu finden: Einströmen – Gefühlsempfänglichkeit; Transformation – Willensaktivität; Ausströmen – Denkaktivität.
Die Mutter selbst ist in der tiefsten unterirdischen Schicht zu finden, wenn wir in uns selbst die oberen Schichten durchlichtet haben und beginnen diese umzuformen. Das ist dann keine Anthroposophie mehr, aber kommt in die Richtung eines neuen Magiertums, denn es öffnet die Kräfte des Menschensohnes, das steuernde und schöpferische Ich von uns in den Lebenswelten (das Äther-Ei oder auch der Gral, Jaspisstein aus dem Parzifal-Mythos). Dies sind Kräfte des Sohnes, denn Christus hat für uns den Menschensohn geweckt und hält ihn uns jedesmal zwischen zwei Erdenleben vor, wenn wir auf unserem eigenen Stern ruhen. Nur indem wir die Kräfte des Sohnes in uns wecken und aktiv in den Lebenswelten werden, wobei wir mit uns selbst die Erde umformen, können wir Mutter Erde finden. Dies öffnet Tore zum Lebensgeist und zum Geistesmenschen in uns (resp. die Inspiration und Intuition); bis dahin bleibt die Mutter für den Menschen in Schleier hinter den Erscheinungen gehüllt.

Übrigens ist in und um Cuzco in Peru ein bedeutsames Zentrum der Mutter: Die Inka nennen es Mammapacha und haben Einweihungswege um mit ihr in Kontakt zu kommen. Einer der wichtigsten ist über dem (Äther)Magen, in ihrer Sprache quosquo genannt (daher Cuzco (20)). Das ist das Wahrnehmungsorgan, wodurch sie in der Erde und die darin lebenden Wesen wahrnehmen können, namentlich in den schwärzeren, dunkleren Schichten der physischen Erde. Es steht in enger Verbindung mit (wenn es nicht sogar identisch ist) der 10-blättrigen Sonnengeflechts-Lotusblume, das Seelensinnesorgan, womit wir vom Seelischen aus in die Welten von Leben, Seele und Geist schauen können, indem wir sie auf der Basis des Seelenleibes unser Geistselbst entwickeln. Vom Äthermagen aus können sie tiefer in die unterirdischen Spären eindringen. Der Ort Cuzco selbst liegt mitten in den Anden, die zusammen mit den nordamerikanischen Rocky Mountains das Rückgrat formen, den Angriffspunkt von Ialdabaoth/Ahriman. Das Erdzentrum ist der Ort, wo die Mutter ganz besonders wartet bis der Mensch durch die Menschensohnkräfte aus dem Geisteslichtfunken diese Finsternis wieder ganz durchlichten kann und die Kräfte des Vatergottes durch den Sohn hier einlassen kann.


Nicolaas de Jong gibt Kurse zur Wahrnehmung und Handeln in unterirdischen Sphären aus seiner Verbindung mit den Planetenspären und aus den Lotusblumen heraus. Sehen Sie auch die Agenda.

Anmerkungen:

(1) Diese Schrifften sind 1945 an diesem Ort in Israel gefunden worden. Siehe auch den ausführlichen Artikel von Evelien Nijeboer in Bruisvat Nummer 5.
(2) Dies sind dreimal sieben hierarchische Welten, und zwar 7 des Vaters, 7 der Mutter und 7 des Sohnes dazwischen; diese 21 hierarchischen Bewusstseinswelten stehen somit über unserem Kosmos von 9 Sphären.
(3) Diese wird auch öfters als männliches Wesen angegeben, was mit dem biblischen Geist der Wahrheit, somit dem Heiligen Geist, der der Tröster genannt wird, übereinstimmt (Johannes 14).
(4) Es gibt neun unterirdische Sphären, welche eine Spiegelung der neun Engelhierarchien sind. In diesen unterirdischen Spären wohnen Engel, die sich für die Entwicklung der Menschheit geopfert haben und verdunkelte Engel geworden sind und die warten bis der Mensch sie erlöst. Dass die Mutter ihren Thron in der untersten, der 9ten Sphäre ihren Thron hat, ist eine Wahrnehmung aus meiner phänomenologischen Gruppenarbeit in und durch die unterirdischen Spären.
(5) Neu bezüglich der heutigen Erde ist, dass sie eine fünfte Art von Lebenskräften enthält, die durch den Menschen zu entwickeln ist, die die Quintessenz genannt wird und die aus, durch bewusste und individualisierte Liebe umgeformte, Wärme besteht. Sehe dazu meinem Buch 'Wege und Forme der Liebe’.
(6) Siehe dazu auch mein Buch „Esoterisches Christentum bis heute“.
(7) Die ägyptische Legende des Jünglings zu Sais, der den Schleier von dem Isis-Bildnis lüftete, weil er vor die Ankunft des Christus neugierig war, ist davon eine deutliche Illustration.
(8) Johannes 13, 14.
(9) Dieser Ausdruck verweist auf einen Kontinent, Lemurien genannt, das in der heutigen Stillen Südsee und dem Indischen Ozean lag; diese hatte sieben Kulturperioden. Danach folgte die Entwicklung auf dem Atlantischen Kontinent, im heutigen Atlantischen Ozean gelegen, und danach kamen erst unsere nachatlantischen Kulturperioden, jeweils von 2160 Jahren, wovon wir nun in der 5ten sind.
(10) Lao Tse lebte im 5ten Jh.v.Chr. in China
(11) Der ganze Vorgang geht somit einher mit einer Verbindung zwischen der Königslinie und der Priesterlinie, wobei die erste gleichsam den Astralleib vorbereitet hat und die zweite den Ätherleib. Siehe u.a. die Bücher von E. Bock hierüber, z.B. ‚Von Bethlehem zum Jordan’ (Christophorus Verlag), die diese komplexen Zusammenhänge schön beschreiben.
(12) In den kürzlich gefundenen Evangelien von Philippus ist ihre Rolle deutlich beschrieben, als auch die Widerstände, die das bei einigen Jüngern hervorruft, weil sie eine Frau ist.
(13) Siehe die Nag Hammadi Schriften, namentlich das „Wesen der Gewalten“ , worin beschrieben wird wie sie durch die Archonten bedroht wird.
(14) GA 148.
(15) Das scheinbar einfache Übergehen des einen Geistes in den anderen Körper ist kein gewöhnlicher Vorgang.
Hinter Individualitäten wie Zarathustra und den Marien stecken vielmehr Wesen, die schon vor den Menschen auf die Erde kamen, höhere Geistesqualitäten entwickelt hatten und die alle aufgestiegen sind zur Bewusstseinsstufe von Erzengeln oder noch höher (von Zarathustra sagt Rudolf Steiner, dass er schon in der Persischen Kulturperiode bis zum Geist der Form aufgestiegen war). Solche Wesen werden Avatare genannt, d.h. göttliche Wesen aus einer der Engelhierarchien, die sich zu bestimmten Zeiten in Menschenkörper inkarnieren können und die vor dem Mysterium von Golgatha die Menschen als Eingeweihte der Mysterienstätten leiteten. Die Durchdringung ihrer Seele und Geist gibt demnach ein gutes Bild davon wie es in der geistigen Welt zugeht, wo die Wesen viel weniger voneinander getrennt sind als in der irdisch-physischen Welt.
(16) Bezeichnend in diesem Verbund ist die Geschichte von seinem Halbbruder Feirefiz, der den Gral erst wahrnehmen kann, nachdem er getauft war und seinen alten astrologischen Glauben abgelegt hatte.
(17) Goethe, der um diese Zeit herum lebte und schon gut Farbbilder wahrnehmen konnte, spielte hiermit auch öfters, konnte aber keine Sinnhaftigkeit darin entdecken; das ist erst mit einem vollständig ausgebildeten Geistselbst möglich.
(18) Johanna von Keyserlingk (1879-1966). Von ihr sind Gespräche mit Rudolf Steiner erhalten geblieben über den Zugang zu Shamballa durch die neun unterirdischen Schichten hindurch. Sehr konkret wurde ihre Zusammenarbeit dadurch, dass sie und ihr Mann zu Steiner mit der Frage nach der Entwicklung einer neuen Landwirtschaft kamen. Ihr Landgut Koberwitz war der Ort, wo der biodynamische Landbau begonnen hatte, wodurch ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Erde möglich geworden ist.
(19) Siehe M. Pogacnik, „Die Seele der Erde“, herausgegeben bei Freies Geistesleben.
(20) Siehe E. Jenkins, „Die Rückkehr der Inka“, Bruna, 1998.

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