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Zeitschrift
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Bruisvat 6, Winter 2001- 2002 Unbewältigtes Karma in der anthroposophischen Bewegung Klingsor und der umformende Weg durch das Böse von Nicolaas de Jong In der letzten Ausgabe des Bruisvat wurde auf die nicht tatsächlich Wirklichkeit gewordene Dreigliederung in der Gesellschaft und einige Ursachen davon eingegangen, wozu auch die internen Spannungen in der anthroposophischen Bewegung gehören. Nun soll auf einen Teil des Karmas innerhalb des Vorstands der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG) eingegangen werden, weil dies notwendige Konsequenzen für die heutige Zeit hat, ungeachtet der Tatsache, dass dies nicht oder kaum angeschaut wird. Es ist ein bitterer Brocken, der darauf wartet verdaut zu werden. Einführung In meinem Buch „Esoterisches
Christentum bis heute“ (1) sind einige umfassende karmische Linien
von Menschen nachgezeichnet, die den ersten Vorstand der neu ausgerichteten
Anthroposophischen Gesellschaft (1923) bildeten und die sich, jeder seine
eigene Strömung repräsentierend, sich mit den durch Rudolf Steiner
gestifteten neuen Mysterien verbunden haben. In dem Buch ist skizziert,
dass Rudolf Steiner damit vier Hauptströmungen der Menschheit und
auch deren Hauptvertreter zusammengeführt hat. In diesem Artikel
geht es hauptsächlich um die Person Albert Steffens, Vorsitzender
nach Steiners Tod 1925 bis zu seinem eigenen Tod 1964.(2) Namentlich dieser
ist wichtig, da besonders er der Anthroposophischen Bewegung als ganzer
einen einseitigen Stempel aufgedrückt hat, deren Auswirkungen bis
heute noch sichtbar sind. Dies geschah sowohl dadurch, dass er in seinem
Sog eine Schleppe von mit ihm karmisch verbundener Menschen mitnahm, als
auch durch eine Sichtweise, die recht dominant geworden ist. Viele Menschen
gehen dagegen an und geben innerlich auf. Inkarnationslinien Steffen ist eine Individualität, die mehr oder weniger bewusst (d.h. aus seinem höheren Ich heraus) den Weg des Bösen gegangen ist und danach versuchte, Schritt für Schritt den Weg zurück zu finden. Dabei hat er einen Gegner, der ihm auch jedesmal wieder als der komplentäre Teil eines Paares gegenübersteht. Als er das erste Mal vom „Guten“ abgewichen ist, war er König Saul im Jüdischen Volk. Da handelte er einmal nicht nach dem Sinn von Jehova. Er sollte nämlich ein Volk besiegen ohne das Kleinvieh und die Frauen zu entführen. Als er dies dennoch tut, muss er abtreten, wie Jehova ihm durch den Propheten Samuel mitteilt. Das macht ihn rasend und er versucht auch einige Male seinen zukünftigen Nachfolger, den harfespielenden Hirten David zu töten. Schließlich stirbt er im Kampf, nachdem sich sein Bewusstsein Stück für Stück mit Beschwerde und Hass verfinstert hatte. Es ist befremdlich, dass David ähnliche Fehler macht, aber davon wird gesondert berichtet. Das kann auch nur logisch klingen, wenn man dahinter eine andere Führung annimmt, als nur von den reinen Tatsachen auszugehen. Nächstes Mal kommt er
als der letzte Rabbi alten Stils wieder, der den Essenerorden leitet.
Sein Zur Zeit des Christus kommt
Steffen als dessen erster esoterischer Schüler zurück:(4) Stefanus,
später der erste Märtyrer. Dieser war innerlich schon weit entwickelt
und hatte „das Gesicht eines Engels“, gemäß der
Bibel. Jedoch, vor dem jüdischen Rat stehend, entfacht er in fanatischer
Weise einen Aufstand und stachelt die Gemüter stark auf, um darauf
hinzuweisen, dass die Juden Gottes Sohn getötet haben und deshalb
schuldig geworden sind. Es scheint, als ob er sich eine ruhmreiche Heldenrolle
zugedacht hat, indem er sich für den Christus hat steinigen lassen;
jedenfalls scheint es so zu sein, dass er dies willentlich und bewusst
beabsichtigte. Die Folge war jedoch, dass dies der Auslöser für
die Christenverfolgungen Das nächste Mal, im 4./5.
Jahrhundert(5) kehrt er als der mittelamerikanische Herrscher und später
gottähnliche Taotl zurück, der als Schwarzmagier bekannt war
und den besiegten Menschen die Herzen herausschneiden ließ. Sein
Bewusstsein ist dann von Hass überschwemmt worden, entstanden aus
der Verbitterung über das Nicht-Annehmen seiner Opfer, eins nach
dem anderen, durch die „guten“ Kräfte und Wesen unseres
Kosmos. Hier wird er durch einen anderen besiegt, dem aus dem Osten kommenden
Quetzalcoatl (geflügelte Schlange), der ihn schlägt und die
Indianer schreiben lehrt.(6) Damit wurde gewährleistet, dass die,
sich im allgemeinen in östlicher Richtung inkarnierenden Menschenseelen,
nicht
Quetzalcoatl In einem folgenden Leben, im 9. Jahrhundert, kommt Steffen als Klingsor zurück. Er versucht bei den Gralsrittern Anschluss zu finden, wird aber auch hier wieder abgewiesen, weil er sich nicht der Keuschheit unterwerfen wollte. Er wurde nämlich durch einen Ritter entmannt, der ihn im Bett mit seiner Frau antraf. Die Bitterkeit durch diese beiden Erlebnisse bringt ihn dazu schwarze Magie auszuüben, wobei er ein Netz von seinem Kastell in Sizilien aus spinnt, welches Ausläufer über ganz Mitteleuropa hat. Ein Teil des führenden Adels wurde dadurch in seiner Habsucht eingefangen und konnte so das Gralsgeschehen nicht aufnehmen. Seine Macht wurde durch Gawain gebrochen, einer der Ritter von König Artus. Daraufhin konnte doch ein großer Teil des damals führenden Adels in Europa die Eroberung des Grals durch Parzifal innerlich mitvollziehen.
Philips der Schöne Wiederum ein Leben später, im 14. Jahrhundert, ist er Philip der Schöne, König von Frankreich, der in den Mönchs-Ritter-Orden der Templer eingeweiht werden wollte, hauptsächlich deshalb, weil er auf die Güter und reichen Besitzungen dieses Ordens aus war. Er wurde nicht zugelassen. Nachdem er einen Schattenpapst in Avignon eingesetzt hatte, der nach seiner Pfeife tanzte, ließ er die Leitung der Templer anklagen, foltern und aus falschen Gründen verurteilen und ihren Orden verbieten, so dass die Besitzungen dem Staat zufielen (zumindest in Frankreich). Während dieser Folterungen wurde Ahriman (der biblische Satan) auf eine objektive Art mit den menschlichen Leiden verbunden; es ist das Phänomen, dass sich Wesen, d.h. Dämonen, bewusst mit einer tiefen Form des Bösen verbinden: das Genießen von Folterungen und dem sich-selbst-daran-weiden.(7) Ignatius de Loyola (1491 – 1556) In einem darauffolgenden Leben war er Ignatius von Loyola, ein spanischer Heerführer, der auf dem Krankenlager in Folge seiner Verwundungen Bilder des Christusheeres bekam, darauf seine militärische Karriere aufgab und dem Mönchsorden der Jesuiten beitrat. Der Einweihungsweg, den er innerhalb dessen entwickelte, führte u.a. zu Bildern der Wirksamkeit des Bösen, welches die Seele des einzuweihenden Mönches erschrecken konnte, und danach zu Bildern des Kampfes dagegen durch die Christusanhänger. Das machte die Mönche noch fanatischer, immer das Böse ausserhalb sehend oder schiebend und immer auf der Suche nach dem Sündenbock, mit allen daraus folgenden Inquisitionen (die übrigens nicht durch ihn begonnen wurden). Auch ist typisch für Jesuiten, dass sie dazu neigen mit zweierlei Maß zu messen; sie tragen innerliches Wissen oft aus den Bildern, die sie bei ihrer Einweihung gesehen haben mit damit verbundenen Erklärungen, aber tragen nichts davon nach aussen. Ihre Ziele liegen in den eigenen, inneren Kreisen (wovon auch der Vatikan Kenntnis hat), sind aber für Aussenstehende verborgen. Nach aussen haben sie ein anderes Verhalten mit einer sicheren Willensführung (man kann dies auch Manipulation nennen). Doch ist hier, was die Individualität von Steffen betrifft, ein zweiter Schritt zurück zum Guten zu erkennen; der erste ist jener, als Klingsor Anschluss bei den Gralsrittern sucht, wenn diese Bestrebungen auch schiefgingen. Als Ignatius stellte er sich und seinen Orden in den Dienst der Kirche und war selbst der Leiter dessen.
Emmanuel Swedenborg (1688 – 1772) Ein dritter Schritt in diese Richtung war sein Leben als Emmanuel Swedenborg, der berühmte schwedische Naturforscher des 18. Jahrhunderts, der mehr und mehr ein Hellseher wird. Seine „Himmlischen Geheimnisse“, in einer Serie von an die zwanzig Büchern verfasst, befassen sich mit Wahrnehmungen von verschiedenen Engeln und deren Botschaften an die Menschen. Dies hat noch einen ziemlich zwanghaften Charakter, wobei der alttestamentliche, mahnende Zeigefinger mehrmals erhoben wird, falls der Mensch nicht auf die Botschaften hört. Es gibt noch wenig Freiheit in seinem Verhältnis zu den Engeln.
Albert Steffen (1884- 1963) Beim vierten Schritt in diese
Richtung, als Albert Steffen, verbindet er sich zusammen mit seinen
Elizabeth Vreede (1979 – 1943) Die allgemeine Mitgliederversammlung von 1935 Zu Steiners Zeiten hatte die
AAG überhaupt nicht das Recht Mitglieder auszuschließen und
Vorstandmitglieder zu benennen. Diese Möglichkeit war durch den Sekretär
und Jurist im Vorstand, Günther Wachsmuth, unterstützt von Steffen
und Steiners Witwe Marie Steiner, Schritt für Schritt bewerkstelligt
worden, indem sie die anfänglichen Satzungsstatuten änderten.
Auch werden Mitgliederversammlungen immer öfter ad hoc einberufen,
wodurch hauptsächlich der schweizerische Anhang von Steffen anwesend
sein konnte. Besonders Steffen rief regelmäßig aus, dass er
die Art und Weise wie andere Anthroposophie betrieben so nicht länger
verantworten könnte und drohte im Lauf der Jahre mehrmals mit Rücktritt.
Er suggerierte damit, unterstützt von Marie Steiner und Günther
Wachsmuth auf Mitgliederversammlungen, dass durch seinen Rücktritt
die ganze Vereinigung in sich zusammensacken würde. Dieses und anderes
hatte zur Folge, dass während der Mitgliederversammlungen immer öfter
eine bestimmte Stimmung mit großen Gemütsbewegungen entstand.
Menschen konnten ausserdem ohne weiteres das Wort ergreifen und, meistens,
persönlichen Tratsch und Nachrede äußern, ohne dass vom
Vorsitzenden Steffen eingegriffen wurde. So musste das besonders I. Wegman
regelmäßig schwer erdulden.(10) Den Höhepunkt bildete die Versammlung von 1935: Der Saal, ausgelegt für 1.000 Personen war mit 1.800 Menschen brechend voll. Die letzte Statutenänderung war fertig (dies betraf noch ein juristisches Hindernis von 1934) und die Abstimmung konnte beginnen. Ergebnis: 1.691 für Ausschluss, 76 dagegen, 53 Enthaltungen. Die überlieferten Erzählungen von dieser Zusammenkunft lassen am ehesten an die Atmosphäre einer totalen Massenpsychose denken. Nach dem Ende dieser und auch der vorangegangenen Versammlungen habem verschiedene Mitglieder rückblickend gesagt das Gefühl gehabt zu haben währenddessen betäubt gewesen zu sein, als ob ihr Gefühl und ihr Wille in eine bestimmte Richtung gezogen wurde.(11) Dass war genau dasgleiche, was Klingsor mit dem Adel Europas im 9. Jahrhundert getan hat. Damit wurde ein Stück Karma zwischen Klingsor und Gawain eingelöst,(12) namentlich der Streit, der bis dahin immer durch letzteren geschlichtet wurde, diesmal jedoch nicht. Das ist ein bestimmter Hinweis auf die Zukunft, wo gut und böse nicht mehr so eindeutig zu unterscheiden sein werden und die Verantwortung dafür beim einzelnen Individuum statt bei leitenden Persönlichkeiten liegen wird.(13) Hier liegt auch ein Stück
einzulösendes und umzuformendes Karma innerhalb der AAG, da Albert
Steffen viele seiner Schicksalsgenossen mit sich mitgenommen hat, die
nun teilweise Schlüsselpositionen in der AAG einnehmen, weil Steffen
und der Menschenkreis, den er um sich versammelt hat, einen bestimmten
Ton für die Gesellschaftskultur gesetzt haben (die lediglich nur
eine bestimmte Gruppe darstellt). Dabei ist auffallend, das die größten
Schreier dazu neigen, die anderen als schlecht oder als Jesuiten abzustempeln,
wahrscheinlich stark ihren eigenen karmischen Hintergrund überschreiend,
da es innerlich schmerzt, wenn man daran erinnert wird eine weniger glanzvolle
Rolle in der Menschheitsentwicklung gespielt zu haben.
1 „Esoterisches Christentum
bis heute“, Rune-Ausgabe 1999
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