Zeitschrift

für Transformation

 

 

Bruisvat 6, Winter 2001- 2002

Unbewältigtes Karma in der anthroposophischen Bewegung

Klingsor und der umformende Weg durch das Böse

von Nicolaas de Jong

In der letzten Ausgabe des Bruisvat wurde auf die nicht tatsächlich Wirklichkeit gewordene Dreigliederung in der Gesellschaft und einige Ursachen davon eingegangen, wozu auch die internen Spannungen in der anthroposophischen Bewegung gehören. Nun soll auf einen Teil des Karmas innerhalb des Vorstands der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG) eingegangen werden, weil dies notwendige Konsequenzen für die heutige Zeit hat, ungeachtet der Tatsache, dass dies nicht oder kaum angeschaut wird. Es ist ein bitterer Brocken, der darauf wartet verdaut zu werden.

Einführung

In meinem Buch „Esoterisches Christentum bis heute“ (1) sind einige umfassende karmische Linien von Menschen nachgezeichnet, die den ersten Vorstand der neu ausgerichteten Anthroposophischen Gesellschaft (1923) bildeten und die sich, jeder seine eigene Strömung repräsentierend, sich mit den durch Rudolf Steiner gestifteten neuen Mysterien verbunden haben. In dem Buch ist skizziert, dass Rudolf Steiner damit vier Hauptströmungen der Menschheit und auch deren Hauptvertreter zusammengeführt hat. In diesem Artikel geht es hauptsächlich um die Person Albert Steffens, Vorsitzender nach Steiners Tod 1925 bis zu seinem eigenen Tod 1964.(2) Namentlich dieser ist wichtig, da besonders er der Anthroposophischen Bewegung als ganzer einen einseitigen Stempel aufgedrückt hat, deren Auswirkungen bis heute noch sichtbar sind. Dies geschah sowohl dadurch, dass er in seinem Sog eine Schleppe von mit ihm karmisch verbundener Menschen mitnahm, als auch durch eine Sichtweise, die recht dominant geworden ist. Viele Menschen gehen dagegen an und geben innerlich auf.
Die hier beschriebenen Karmaeinsichten können die Möglichkeit bieten, um die schmerzhafte Vergangenheit der AAG zu verarbeiten, ohne das keine Erneuerung möglich ist. Das hier Beschriebene ist daher ein heißes Eisen: Unter Anthroposophen gibt es viel Widerstand gegen Reinkarnationsforschung überhaupt und gegen Schlussfolgerungen über den Verlauf der Dinge nach Steiners Tod.

Inkarnationslinien

Steffen ist eine Individualität, die mehr oder weniger bewusst (d.h. aus seinem höheren Ich heraus) den Weg des Bösen gegangen ist und danach versuchte, Schritt für Schritt den Weg zurück zu finden. Dabei hat er einen Gegner, der ihm auch jedesmal wieder als der komplentäre Teil eines Paares gegenübersteht.

Als er das erste Mal vom „Guten“ abgewichen ist, war er König Saul im Jüdischen Volk. Da handelte er einmal nicht nach dem Sinn von Jehova. Er sollte nämlich ein Volk besiegen ohne das Kleinvieh und die Frauen zu entführen. Als er dies dennoch tut, muss er abtreten, wie Jehova ihm durch den Propheten Samuel mitteilt. Das macht ihn rasend und er versucht auch einige Male seinen zukünftigen Nachfolger, den harfespielenden Hirten David zu töten. Schließlich stirbt er im Kampf, nachdem sich sein Bewusstsein Stück für Stück mit Beschwerde und Hass verfinstert hatte. Es ist befremdlich, dass David ähnliche Fehler macht, aber davon wird gesondert berichtet. Das kann auch nur logisch klingen, wenn man dahinter eine andere Führung annimmt, als nur von den reinen Tatsachen auszugehen.

Nächstes Mal kommt er als der letzte Rabbi alten Stils wieder, der den Essenerorden leitet. Sein
anfänglicher Schüler, Yeshu Ben Pandira, widersetzt sich ihm und bildet den Orden so um, dass dieser den Buddhismus(3) in seiner reinsten Form in sich zum Ausdruck bringen kann; 150 Jahre später kann Christus von diesem Orden und dessen Haus in Jerusalem Gebrauch machen. Der Rabbi wurde hinausbefördert und stand wieder im Abseits. Dies ist in dem letzten apokryphen Buch der Makkabäer wiedergegeben. Darin bilden Yeshu Ben Pandira und vier seiner Schüler die „Söhne der Witwe“ (d.h. Eingeweihte), die von den Assyrern wegen ihrer Messiaserwartung gefoltert und getötet wurden. Die sieben Makkabäersöhne und ihr Vater, der Priester Matthatias, als auch die fünf Eingeweihten kommen später als die Apostel des Christus zurück.

Zur Zeit des Christus kommt Steffen als dessen erster esoterischer Schüler zurück:(4) Stefanus, später der erste Märtyrer. Dieser war innerlich schon weit entwickelt und hatte „das Gesicht eines Engels“, gemäß der Bibel. Jedoch, vor dem jüdischen Rat stehend, entfacht er in fanatischer Weise einen Aufstand und stachelt die Gemüter stark auf, um darauf hinzuweisen, dass die Juden Gottes Sohn getötet haben und deshalb schuldig geworden sind. Es scheint, als ob er sich eine ruhmreiche Heldenrolle zugedacht hat, indem er sich für den Christus hat steinigen lassen; jedenfalls scheint es so zu sein, dass er dies willentlich und bewusst beabsichtigte. Die Folge war jedoch, dass dies der Auslöser für die Christenverfolgungen
war. In der geistigen Welt musste Christus seine Tat abweisen – also wieder eine Abweisung, nun von der höchsten Instanz, zur größten Bestürzung seiner Seele.

Das nächste Mal, im 4./5. Jahrhundert(5) kehrt er als der mittelamerikanische Herrscher und später gottähnliche Taotl zurück, der als Schwarzmagier bekannt war und den besiegten Menschen die Herzen herausschneiden ließ. Sein Bewusstsein ist dann von Hass überschwemmt worden, entstanden aus der Verbitterung über das Nicht-Annehmen seiner Opfer, eins nach dem anderen, durch die „guten“ Kräfte und Wesen unseres Kosmos. Hier wird er durch einen anderen besiegt, dem aus dem Osten kommenden Quetzalcoatl (geflügelte Schlange), der ihn schlägt und die Indianer schreiben lehrt.(6) Damit wurde gewährleistet, dass die, sich im allgemeinen in östlicher Richtung inkarnierenden Menschenseelen, nicht
dermaßen verbittert werden würden, dass sie im folgenden Leben in Europa das Christentum nicht erkennen und innerlich annehmen würden. In Europa ist diese Geschichte über den Kampf zwischen Taotl und Quetzalcoatl als die Überwindung des Drachen durch Siegfried bekannt, die jedoch in Amerika stattgefunden hat.

Quetzalcoatl

In einem folgenden Leben, im 9. Jahrhundert, kommt Steffen als Klingsor zurück. Er versucht bei den Gralsrittern Anschluss zu finden, wird aber auch hier wieder abgewiesen, weil er sich nicht der Keuschheit unterwerfen wollte. Er wurde nämlich durch einen Ritter entmannt, der ihn im Bett mit seiner Frau antraf. Die Bitterkeit durch diese beiden Erlebnisse bringt ihn dazu schwarze Magie auszuüben, wobei er ein Netz von seinem Kastell in Sizilien aus spinnt, welches Ausläufer über ganz Mitteleuropa hat. Ein Teil des führenden Adels wurde dadurch in seiner Habsucht eingefangen und konnte so das Gralsgeschehen nicht aufnehmen. Seine Macht wurde durch Gawain gebrochen, einer der Ritter von König Artus. Daraufhin konnte doch ein großer Teil des damals führenden Adels in Europa die Eroberung des Grals durch Parzifal innerlich mitvollziehen.

Philips der Schöne

Wiederum ein Leben später, im 14. Jahrhundert, ist er Philip der Schöne, König von Frankreich, der in den Mönchs-Ritter-Orden der Templer eingeweiht werden wollte, hauptsächlich deshalb, weil er auf die Güter und reichen Besitzungen dieses Ordens aus war. Er wurde nicht zugelassen. Nachdem er einen Schattenpapst in Avignon eingesetzt hatte, der nach seiner Pfeife tanzte, ließ er die Leitung der Templer anklagen, foltern und aus falschen Gründen verurteilen und ihren Orden verbieten, so dass die Besitzungen dem Staat zufielen (zumindest in Frankreich). Während dieser Folterungen wurde Ahriman (der biblische Satan) auf eine objektive Art mit den menschlichen Leiden verbunden; es ist das Phänomen, dass sich Wesen, d.h. Dämonen, bewusst mit einer tiefen Form des Bösen verbinden: das Genießen von Folterungen und dem sich-selbst-daran-weiden.(7)

Ignatius de Loyola (1491 – 1556)

In einem darauffolgenden Leben war er Ignatius von Loyola, ein spanischer Heerführer, der auf dem Krankenlager in Folge seiner Verwundungen Bilder des Christusheeres bekam, darauf seine militärische Karriere aufgab und dem Mönchsorden der Jesuiten beitrat. Der Einweihungsweg, den er innerhalb dessen entwickelte, führte u.a. zu Bildern der Wirksamkeit des Bösen, welches die Seele des einzuweihenden Mönches erschrecken konnte, und danach zu Bildern des Kampfes dagegen durch die Christusanhänger. Das machte die Mönche noch fanatischer, immer das Böse ausserhalb sehend oder schiebend und immer auf der Suche nach dem Sündenbock, mit allen daraus folgenden Inquisitionen (die übrigens nicht durch ihn begonnen wurden). Auch ist typisch für Jesuiten, dass sie dazu neigen mit zweierlei Maß zu messen; sie tragen innerliches Wissen oft aus den Bildern, die sie bei ihrer Einweihung gesehen haben mit damit verbundenen Erklärungen, aber tragen nichts davon nach aussen. Ihre Ziele liegen in den eigenen, inneren Kreisen (wovon auch der Vatikan Kenntnis hat), sind aber für Aussenstehende verborgen. Nach aussen haben sie ein anderes Verhalten mit einer sicheren Willensführung (man kann dies auch Manipulation nennen). Doch ist hier, was die Individualität von Steffen betrifft, ein zweiter Schritt zurück zum Guten zu erkennen; der erste ist jener, als Klingsor Anschluss bei den Gralsrittern sucht, wenn diese Bestrebungen auch schiefgingen. Als Ignatius stellte er sich und seinen Orden in den Dienst der Kirche und war selbst der Leiter dessen.

Emmanuel Swedenborg (1688 – 1772)

Ein dritter Schritt in diese Richtung war sein Leben als Emmanuel Swedenborg, der berühmte schwedische Naturforscher des 18. Jahrhunderts, der mehr und mehr ein Hellseher wird. Seine „Himmlischen Geheimnisse“, in einer Serie von an die zwanzig Büchern verfasst, befassen sich mit Wahrnehmungen von verschiedenen Engeln und deren Botschaften an die Menschen. Dies hat noch einen ziemlich zwanghaften Charakter, wobei der alttestamentliche, mahnende Zeigefinger mehrmals erhoben wird, falls der Mensch nicht auf die Botschaften hört. Es gibt noch wenig Freiheit in seinem Verhältnis zu den Engeln.

Albert Steffen (1884- 1963)

Beim vierten Schritt in diese Richtung, als Albert Steffen, verbindet er sich zusammen mit seinen
jesuitischen Schicksalsgenossen mit den neuen Mysterien. Rudolf Steiners Aussage, dass man Klingsor besser neben als gegen sich haben sollte, kann so in einem anderen Licht gesehen werden. Steiner hat hier, anfangs wahrscheinlich nicht voll bewusst, tatsächlich danach gehandelt und bot Steffen die Hand, damit er wieder innerhalb des esoterischen Christentums mitkommen könnte. Steffen wird Vize-Vorsitzender und Hauptredakteur der Zeitschrift. Steffen war der einzige Schweizer im Vorstand der AAG, die in der Schweiz gegründet wurde. Steffen war damals in seinem eigenen Land durch sein dichterisches Werk schon recht populär. Auch Steiner konnte das dichterische Werk Steffens sehr würdigen und versuchte es mehrmals (immer wieder) zu fördern.
Nach Steiners Tod hatte Ita Wegman, ein anderes Vorstandmitglied, dem Gralsforscher W.J. Stein zu erkennen gegeben, dass Klingsor tief in der Gesellschaft verankert ist, wobei sie Stein warnt, sich nicht so sehr mit dessen Individualität zu beschäftigen.(8) Die Streitereien innerhalb des Vorstands nahmen stark zu und Wegman wusste, was dahinter steckte. Immer stärker wurde das Spannungsfeld zwischen einer stark zentralistischen und geordneten Sichtweise auf den Fortgang der AAG und der Ruf von anderen, die eine größere Freiheit in der Annäherung vertraten. Schritt für Schritt setzten sich die Ersteren durch und es kulminierte die ganze Sache schließlich im Ausschluss der beiden Vorstandmitglieder I. Wegman und E. Vreede, in dem Entfernen der kompletten englischen und niederländischen anthroposophischen Vereinigung sowie großer Anteile führender Mitglieder in Deutschland. Dies geschah auf der allgemeinen Mitgliederversammlung 1935. (9)

Elizabeth Vreede (1979 – 1943)

Die allgemeine Mitgliederversammlung von 1935

Zu Steiners Zeiten hatte die AAG überhaupt nicht das Recht Mitglieder auszuschließen und Vorstandmitglieder zu benennen. Diese Möglichkeit war durch den Sekretär und Jurist im Vorstand, Günther Wachsmuth, unterstützt von Steffen und Steiners Witwe Marie Steiner, Schritt für Schritt bewerkstelligt worden, indem sie die anfänglichen Satzungsstatuten änderten. Auch werden Mitgliederversammlungen immer öfter ad hoc einberufen, wodurch hauptsächlich der schweizerische Anhang von Steffen anwesend sein konnte. Besonders Steffen rief regelmäßig aus, dass er die Art und Weise wie andere Anthroposophie betrieben so nicht länger verantworten könnte und drohte im Lauf der Jahre mehrmals mit Rücktritt. Er suggerierte damit, unterstützt von Marie Steiner und Günther Wachsmuth auf Mitgliederversammlungen, dass durch seinen Rücktritt die ganze Vereinigung in sich zusammensacken würde. Dieses und anderes hatte zur Folge, dass während der Mitgliederversammlungen immer öfter eine bestimmte Stimmung mit großen Gemütsbewegungen entstand. Menschen konnten ausserdem ohne weiteres das Wort ergreifen und, meistens, persönlichen Tratsch und Nachrede äußern, ohne dass vom Vorsitzenden Steffen eingegriffen wurde. So musste das besonders I. Wegman regelmäßig schwer erdulden.(10)
Von einer großen Anzahl Menschen wird 1934 noch eine ausdrückliche Willenserklärung unterzeichnet, die durch den Wunsch zustande kam doch mit allen aus dem Geist der Vereinigungssatzung von Weihnachten 1923 weiterzumachen. Darauf kam direkt die Kritik, dass die Unterzeichnenden nun gerade die Ursache von allen Problemen seien und die letzte Phase trat ein. Ein Buch erschien, die sogenannte „Denkschrift“, worin eine große Menge Beweismaterial gegen Wegman, Vreede und u.a. die Vorsitzenden der niederländischen und englischen Vereinigung verfasst war. Es war durch die AAG finanziert und erschien drei Wochen vor der crucialen Mitgliederversammlung, so dass keine Zeit mehr für einen Widerspruch blieb. Es wurde weiträumig publik gemacht.

Den Höhepunkt bildete die Versammlung von 1935: Der Saal, ausgelegt für 1.000 Personen war mit 1.800 Menschen brechend voll. Die letzte Statutenänderung war fertig (dies betraf noch ein juristisches Hindernis von 1934) und die Abstimmung konnte beginnen. Ergebnis: 1.691 für Ausschluss, 76 dagegen, 53 Enthaltungen. Die überlieferten Erzählungen von dieser Zusammenkunft lassen am ehesten an die Atmosphäre einer totalen Massenpsychose denken. Nach dem Ende dieser und auch der vorangegangenen Versammlungen habem verschiedene Mitglieder rückblickend gesagt das Gefühl gehabt zu haben währenddessen betäubt gewesen zu sein, als ob ihr Gefühl und ihr Wille in eine bestimmte Richtung gezogen wurde.(11) Dass war genau dasgleiche, was Klingsor mit dem Adel Europas im 9. Jahrhundert getan hat. Damit wurde ein Stück Karma zwischen Klingsor und Gawain eingelöst,(12) namentlich der Streit, der bis dahin immer durch letzteren geschlichtet wurde, diesmal jedoch nicht. Das ist ein bestimmter Hinweis auf die Zukunft, wo gut und böse nicht mehr so eindeutig zu unterscheiden sein werden und die Verantwortung dafür beim einzelnen Individuum statt bei leitenden Persönlichkeiten liegen wird.(13)

Hier liegt auch ein Stück einzulösendes und umzuformendes Karma innerhalb der AAG, da Albert Steffen viele seiner Schicksalsgenossen mit sich mitgenommen hat, die nun teilweise Schlüsselpositionen in der AAG einnehmen, weil Steffen und der Menschenkreis, den er um sich versammelt hat, einen bestimmten Ton für die Gesellschaftskultur gesetzt haben (die lediglich nur eine bestimmte Gruppe darstellt). Dabei ist auffallend, das die größten Schreier dazu neigen, die anderen als schlecht oder als Jesuiten abzustempeln, wahrscheinlich stark ihren eigenen karmischen Hintergrund überschreiend, da es innerlich schmerzt, wenn man daran erinnert wird eine weniger glanzvolle Rolle in der Menschheitsentwicklung gespielt zu haben.
Es ist eigentlich besonders die mitgebrachte Haltung eines Ex-Jesuiten, der dazu neigt das Böse ausserhalb seiner selbst zu suchen. Es ist schon ein wichtiger Schritt in der Entwicklung und Einlösung von Karma, wenn ein derartig schreiender Mensch erst den Doppelgänger und dann das „Böse“ in sich selbst sucht und beginnt umzuformen, bevor er es überall aussen zu sehen meint und bekämpfen muss. Für Menschen, die aus einer anderen karmischen Richtung kommen ist dieses wichtig zu wissen und im Hinterkopf zu haben, um sich selbst in ihrem Verhalten in die herrschende Kultur stellen zu können. Auch dies kann ein Schritt sein, um den Anderen in seinem Anderssein kennen zu lernen und einen Weg zu ihm oder ihr zu finden. Das bietet Möglichkeiten, um das nötige alte Karma aufzulösen und umzuformen.(14)


Bemerkungen

1 „Esoterisches Christentum bis heute“, Rune-Ausgabe 1999
2 Die hier erwähnten karmischen Einsichten stammen aus eigener Untersuchung, anhand von und auch nach den Vorträgen von Rudolf Steiner über karmische Zusammenhänge. Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass diese Einsichten nicht mit anderen übereinstimmen, die auch meinen, derartige karmische Einsichten offenbaren zu müssen. So laufen nach meinem Wissen drei reinkarnierte Steiner herum; einmal ist er mit der wiedererschienenen Ita Wegman verheiratet, ein anderes Mal ist er glücklich mit der reinkarnierten Marie Steiner verbunden oder ist noch zu jung, um sich zu offenbaren. Diese Wahrnehmungen lege ich hier beiseite, um auf meine eigenen Einsichten einzugehen, die vielfach aus Ahnungen und Bewusstwerdung darüber entstanden sind, daneben durch meine Astrosophie-Praxiserfahrungen, die mir öfters karmische Einsichten frühere Inkarnationen betreffend gegeben haben, sowie auch meine persönlichen Verbindungen damit. Dies ist ein Prozess des Ringens und und der Reifung über Jahre hinweg gewesen. Dass diese Wiedergaben meiner eigenen Seele entsprungen sind und dadurch meine persönliche Färbung haben, spricht für sich. Die Einsichten sind nicht wiedergegeben, um „die“ Wahrheit darzustellen, sondern um dem Leser die Möglichkeiten zu bieten anhand des angebotenen Materials selbst sein Urteil zu fällen.
3 Yeshu Ben Pandira ist der Nachfolger von Gautama Buddha, der um 3600 n. Chr. zum Buddha unter dem Namen des Maitreya Buddha geworden sein wird.
4 Davon gab es sieben, ausserhalb des Kreises der 12 Apostel und des Kreises von 72 Schülern. Darin waren u.a. Nikodemus und Josef von Arimathea.
5 Rudolf Steiner gibt diese Geschehnisse um die Zeit von Golgatha an, wofür in der mittel-
amerikanischen indianischen Kultur jedoch wenig Andeutungen zu finden sind.
6 Hier sind im 19. Jahrhundert seit den Übersetzungen aus dem Zeitalter der Azteken Verschiebungen aufgetreten; aufgrund dessen nennt Rudolf Steiner Quetzalcoatl irrtümlicherweise Vitzliputzli.
Hochtilipochtli (die heutige Übersetzung des Namens) ist jedoch die führende Volksseele der Azteken und hat Züge von Taotl, besonders durch das Töten von Besiegten und das Herausschneiden ihrer Herzen.
7 Steiner selbst spricht von den schlimmsten Folterungen, die im Physischen denkbar sind. (GA 182-184). Der Prozess gegen die Templer dauerte Jahre und endete 1324 mit der öffentlichen Verbrennung des Großmeisters Jacques de Moulay und einzelnen anderen. Obwohl nicht exakt zutreffend, kann dieser Gang der Ereignisse nicht anders als in Verbindung mit dem eigentlichen Sorat-Impuls gesehen werden, der im Jahr 666 auftritt. (2 x 666 = 1332).
8 Das war 1927. Das erste Mal hat sie dieses 1923 während Steiners Besuch in England und Tintagel gehört, als er Wahrnehmungen der historischen Realität von König Arthur und dessen Tafelrunde hatte. In England sagte Steiner, dass er in der Ferne Klingsor und seinen Scharen seine Aufwartung machen würde. Er wüsste noch nicht, ob sie Böses wollten, es könnte auch so sein, dass Klingsor mitarbeiten wollte. (Flensburger Hefte, Sonderheft 17, S.141-143)
9 Einige hier hinzugezogene Bücher: „Wer war Ita Wegman“, vor allem Teil 3, von E. Zeylmans
(Heidelberg 1992), mit der darin aufgenommenen „Denkschrift“ von o.g. G. Schubert, und W.
Zeylmans` schließliche Auswertung; Flensburger Hefte, Sonderheft 17, „Ita Wegman und die
Anthroposophie – Ein Gespräch mit E. Zeylmans“. Ferner W. Zeylmans, „Die Grundsteinmeditation“, Ausgabe Pentagon Amsterdam
10 Eine jüngere Eurythmistin aus den Niederlanden ging während der genannten Versammlung auf Ita Wegman zu und fragte sie, ob sie dieses so über sich ergehen lassen müsse und warum sie sich nicht wehre. Darauf antwortete sie, dass man Dämonen nicht bekämpfen darf, sondern aushungern muss. Sie hat sich darüber im Mitgliederblatt 10 im Jahr davor bereits geäußert: „Diese Anti-Michaeldämonen, zu denen Klingsor und seine Scharen gehören, waren heftig am Werk und äußerten auf höhnische Weise Drohungen um ihren Kampf zu führen, als die Michaelsimpulse, die (nach der Weihnachtstagung 1923) so mächtig eingesetzt hatten, nicht durchbrechen konnten.“ (Mitgliederblatt Nr. 40, 1925)
11 Zeylmans darüber: „Erich Weismann hat mir z.B. erzählt, dass er nach seiner Abstimmung gegen Ita Wegman das Goetheanum in einem Weinkrampf verlassen hat. Als ich ihn fragte, warum er dann überhaupt dagegen gestimmt hätte, sagte er, dass Albert Steffen sie quasi alle gezwungen hätte, weil man sonst automatisch für seinen eigenen Ausschluss gestimmt hätte. Steffen hatte gedroht zurückzutreten als Wegman nicht ging. Die Menschen lebten damals in der von Steffen ausgehenden Faszination. Mit dieser öffentlich ausgesprochenen Drohung, der zwingenden Alternative, brachte Steffen die meisten Mitglieder in die Klemme“ (Flensburger Hefte Nr. 17, S. 184)
12 In der Person Elisabeth Vreedes, s. Buch Bemerkung Nr. (1)
13 Es gab noch viel mehr persönliche karmische Auseinandersetzungen innerhalb des Vorstands und darum herum. Unter Anthroposophen allgemein bekannt ist z.B. das Verhältnis zwischen Marie Steiner und Ita Wegman. Interessant ist auch, dass Steffen und Wachsmuth noch 1947 Marie Steiner wegen der Vormundschaft über Steiners Urheberrechte vor den Richter brachten (und verloren). In diesem Artikel ging es jedoch vor allem darum, auf die unterbelichtete Rolle Steffens hinzuweisen.
14 Es würde auch etwas helfen, wenn die Tagebücher von Albert Steffen und Elisabeth Vreede
veröffentlicht werden würden. In diesem Zusammenhang ist es sehr bemerkenswert, dass direkt nach dem Tod von Günther Wachsmuth (1963) auf dessen Anweisung sein gesamtes persönliches Archiv im Hintergarten verbrannt wurde.

Zurück nach Sampo home